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Umweltbewusstsein wächst

Zero Waste Shops werden in Japan immer beliebter

Zero Waste Shops sind in Deutschland mittlerweile nichts mehr ungewöhnliches, in Japan beginnt der Trend zu Shops, die Produkte ohne Verpackung, dafür in wiederverwendbaren Behältern anbieten, gerade erst aufzublühen.

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In Japan werden Unmengen an Plastikverpackungen produziert und weggeworfen. Doch auch in Japan denken immer mehr Verbraucher um und wollen Verpackung sparen, was einige Unternehmen zum Umdenken gebracht hat.

Immer mehr Zero Waste Shops in Japan

In immer mehr Präfekturen eröffnen daher Zero Waste Shops, die Produkte ohne Verpackung anbieten. Kunden bringen ihre eigenen Behältnisse mit und kaufen nur das, was sie auch wirklich benötigen. Das spart nicht nur Verpackung, sondern hilft auch, die Lebensmittelverschwendung einzudämmen.

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In Japan machen Behälter und Verpackungen nach Angaben des Umweltministeriums mehr als 60 Prozent des Haushaltsmülls aus. Supermärkte und andere große Einzelhändler machen es fast unmöglich, Plastik zu vermeiden, indem sie Produkte, sogar Obst und Gemüse, in Einzelverpackungen anbieten.

Nach Ansicht des Ministeriums kann der Hausmüll erheblich reduziert werden, wenn mehr Kunden ihre eigenen Einkaufstaschen und -behälter mitbringen.

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Die japanische Regierung hatte 2021 dem Plastikmüll den Kampf angesagt und einige Verordnungen erlassen, die den Verbrauch von Plastik eindämmen sollen.

Vorreiter in Fukushima

Vorreiter unter den Zero Waste Shops ist Poco Mucho, das im April 2020 in der Stadt Fukushima eröffnet wurde. Das Angebot erstreckt sich auf rund 200 Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs. Verkauft wird ausschließlich nach Gewicht.

Die Kunden bezahlen die Produkte, nachdem sie in einer vom Geschäft bereitgestellten Papiertüte oder Flasche gewogen wurden. Kunden, die ihre eigenen Einkaufstaschen oder -behälter mitbringen, erhalten einen Rabatt von 3 Prozent.

Mittlerweile bieten auch Geschäfte im Einkaufsviertel Hagoromo in Tachikawa Anreize an, damit die Kunden eigene Einkaufstaschen und Transportboxen für das, was sie kaufen wollen, mitbringen.

Sayamaen, ein japanischer Teehändler, verteilt beispielsweise Aufkleber an Kunden, die ihre eigene Teedose mitbringen, die bei künftigen Einkäufen eingelöst werden können.

Große Unternehmen springen auf den Zug auf

Unter den großen japanischen Einzelhändlern verkauft Lawson in zehn ihrer Natural Lawson Convenience Stores in den Präfekturen Tokyo und Kanagawa Süßigkeiten und Waren des täglichen Bedarfs nach Volumen.

Kao, ein führender Hersteller von Toilettenartikeln und Kosmetika in Japan, hat einen Versuch gestartet, bei dem er in einigen Drogerien in den Präfekturen Chiba und Kanagawa Waschmittel und Weichspüler auf Volumenbasis verkauft. Der Fruchthändler Dole Japan hat in seinen Supermärkten in Tokyo und Umgebung Flächen für den Verkauf von Bananen nach Gewicht eingerichtet.

Auch Maschinenhersteller springen auf den Zug des Zero Waste mit auf. Das Unternehmen Teraoka Seiko hat zum Beispiel eine Waage mit künstlicher Intelligenz entwickelt, die mit Hilfe von Bilddiagnoseverfahren automatisch ein Gemüse oder Obst auf einem Tablett erkennt. Sobald sie erkannt hat, um welchen Artikel es sich handelt, wiegt sie ihn und druckt ein Preisetikett aus.

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