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Unbekannte schicken giftige Drohbriefe an japanische Unternehmen

Japans Polizei steht aktuell vor einem Rätsel und ruft zur Vorsicht auf. Ein Unbekannter schickte in den letzten Tagen an mehrere Unternehmen in Tokyo und Osaka Drohbriefe mit einer giftigen Substanz.

Insgesamt erhielten bis jetzt neun Firmen einen Brief, der mit einem weißen Pulver gefüllt war. Die Polizei glaubt, dass es sich bei der Substanz um das gefährliche Kaliumcyanid handelt. Betroffen sind unter anderem sieben Pharmaunternehmen in Tokyo sowie Osaka, ein Lebensmittelunternehmen in Sapporo und der Hauptsitz der Mainichi Newspapers, ebenfalls in Tokyo ansässig.

Mainichi und die sechs Pharmaunternehmen in Tokyo erhielten Freitag die Briefe. Das andere Pharmaunternehmen und das Lebensmittelunternehmen bekamen die Briefe am Samstag. Die Namen der Firmen will die Polizei nicht veröffentlichen. Mainichi ist allerdings uneingeschränkt an den Untersuchungen beteiligt.

In den Briefen selbst fordert der Unbekannte Geld von den Unternehmen. Genauer droht er gefälschte Medikamente mit Kaliumcyanid in Umlauf zu bringen, wenn die Unternehmen nicht bis zum 22. Februar 35 Millionen Won (27.435,74 Euro) in Bitcoins an ihn zahlen.

Verbindungen zur terroristischen AUM-Sekte

Bei dem Absender rätselt die Polizei aktuell noch. Teilweise sind die Briefe jedoch mit Shoko Asahara oder ehemaligen Senior-Mitgliedern der AUM-Sekte unterschrieben. Das sorgt allerdings nur für mehr Fragen, denn Japan richtete den Führer der Sekte letztes Jahr hin. Es steht demnach die Vermutung im Raum, dass es sich um einen Anhänger der Sekte handelt. Gift ist dabei der Sekte nicht unbekannt. 1995 führte die Gruppe im Namen von Asahara einen Sarin-Anschlag in der Tokyo-Metro durch und tötete 13 Menschen.

Die Adressen auf den Briefen hilft der Polizei bis jetzt nicht weiter, da sie unterschiedlich sind und teils sogar aus einer Hafteinrichtung in Tokyo stammen sollen. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass Pharmaunternehmen in Tokyo und Osaka Drohbriefe erhalten. Schon letztes Jahr gab es einen ähnlichen Vorfall, allerdings waren die Briefe nicht vergiftet. Ob es also eine Verbindung gibt, ist nicht klar.

Quelle: NHK, Kyodo News

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