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HomeNachrichten aus JapanUnterhaltungKunstmuseum in Tottori kauft für 300 Millionen Yen Kartons

Das ungewöhnliche Kunstwerk stößt auf gemischte Reaktionen

Kunstmuseum in Tottori kauft für 300 Millionen Yen Kartons

Die Präfektur Tottori will im Frühjahr 2025 ein neues Museum für zeitgenössische Kunst eröffnen, das zu einem großen Teil durch die Regierung mitfinanziert wird. Aktuell sind die Verantwortlichen der Präfektur dabei, passende Ausstellungsstücke zusammenzustellen.

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Details zur jüngsten Erweiterung wurden jetzt bekannt und sorgen für einige Verwirrung. So wurde eine Gruppe von Original-Werken von Andy Warhol für fast 300 Millionen Yen (über 2 Millionen Euro) erworben.

Karton-Kunst sorgt für Streit

Bei dem Kunstwerk handelt es sich um eine Zusammenstellung von Brillo Boxen. Die insgesamt fünf leere Brillo-Pad-Boxen wurden 1964 hergestellt. Gemäß einer Erklärung des Philadelphia Museum of Art soll das Kunstwerk sowohl das Leben imitieren als auch andere dazu bringen, was sie selbst als Kunst einstufen würden. Die Kopien, die das Museum Tottori gekauft hat, stammen aus den Jahren 1968 bis 1990.

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In der Präfektur Tottori waren viele Bürger von der Beschaffung irritiert. Die örtliche Regierung plant jetzt eine öffentliche Diskussion, um auf die Bedenken und Fragen eingehen zu können. Einige Menschen, die sich bereits zu dem Kunstwerk äußerten, waren der Meinung, dass dieses bei den Japanern nicht annähernd so ein großes Echo erzielen würde, wie es in Amerika der Fall war. Viele hinterfragten auch die Anzahl der Boxen, wenn eine auch reichen würden, um die Message zu transportieren.

Verantwortlichen in Tottori verteidigen die Kunstwerke

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Der Gouverneur von Tottori erklärt, dass die Stücke von Experten sorgfältig ausgewählt wurden. Gleichzeitig unterstrich er, dass der internationale Markt für solche Kunstwerke stetig wächst, sodass diese immer gefragter werden. Auch online beteiligten sich Menschen an der Diskussion. Einige unterstützten die Entscheidung der Experten, schließlich wolle man auch ein internationales Publikum ansprechen. Alle Kunstwerke, die die Reichweite des Museums steigern, seien dort richtig aufgehoben.

Allerdings sorgt auch der Preis für einige Differenzen, zwar handele es sich um einen weltweit bekannten Künstler, es gibt aber auch in der Region genug Kunst-Schaffende, die ebenfalls verdient hätten, Teil der Ausstellung zu werden. Was auch nicht gut ankam, ist die Tatsache, dass die offene Diskussion erst eröffnet wurde, als die Boxen schon gekauft worden waren. Die Entscheidung des Museums kann nun nicht mehr rückgängig gemacht werden, sodass den Menschen in Tottori nur zu hoffen bleibt, dass auch die gewünschte Wirkung einsetzt.

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