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HomeNachrichten aus JapanUnterhaltungMangaka und Politiker Ken Akamatsu eröffnet eigene Galerie in Akihabara

Die Galerie ist gleichzeitig ein Büro, in dem die Bürger mit dem Künstler in Kontakt treten können

Mangaka und Politiker Ken Akamatsu eröffnet eigene Galerie in Akihabara

Ende Dezember 2021 machte der japanische Mangaka Ken Akamatsu wieder von sich reden, indem er ankündigte, für das Oberhaus des japanischen Parlaments kandidieren zu wollen. Der Zeichner, der mit Manga wie „Love Hina“ und „Magister Negi Magi“ („Negima“) international bekannt wurde, ist auch in den sozialen Netzwerken viel unterwegs. Dort verkündete er jetzt, dass er ein Wahlkampfbüro in Tokyo eröffnet.

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Allerdings handelt es sich nicht um ein gewöhnliches Büro, wie man es von vielen klassischen Kandidaten kennt, sondern um Akamatsus sehr eigene Vorstellung einer solchen Institution. Das Büro, das vor wenigen Tagen eröffnet wurde, liegt im Tokyoter Szeneviertel Akihabara. Damit schafft der Künstler wieder eine klare Verbindung zu seiner Vergangenheit als Mangaka. Die Räume im Otaku-Viertel sehen im Augenblick aus, wie ein Fachgeschäft für Anime-Fanartikel oder Doujinshi (selbst publizierte Manga), in denen Fans sich mit weiteren Arbeiten zu Love Hina oder Negima eindecken können.

Ken Akamatsu Galerie und Polit-Büro

Der einzige Hinweis zur eigentlichen Aufgabe der Räumlichkeiten ist ein kleines Schild mit auf der Aufschrift „Honnin“ („die Person selbst„). Damit weist Ken Akamatsu darauf hin, dass er selbst täglich mehrere Stunden in den Räumen anzutreffen ist und somit auch von den Bürgern Tokyos kontaktiert werden kann. Das Büro ist aber nicht nur ein Ausgangspunkt für die Werbekampagnen des Politikers, sondern dient ihm auch als Ausstellungsfläche für seine Arbeiten.

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Mit dieser Art der Präsentation möchte der künstlerisch begabte Politiker an die international gefeierten Ukiyo-e Kunstwerke verweisen. Die japanischen Holzschnitt-Bilder galten in ihrer Blütezeit als einfache kleine Bilder, die es in unzähliger Zahl gab und die deswegen keinen besonderen Wert hatten. Heute gelten die traditionellen Kunstwerke als Kulturschätze. Viele Historiker beklagen allerdings, dass viele der historischen Werke heute in keinem guten Zustand mehr seien.

Ken Akamatsu in seiner Galerie in Tokyo
Mangaka und Politiker Ken Akamatsu Bild: Twitter / @KenAkamatsu

Der Mangaka will sich politisch für den Schutz der Kunst einsetzen

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Ken Akamatsu plant in seiner Galerie auch die Arbeiten anderer Künstler auszustellen, auch wenn bisher nur seine eigenen Werke präsentiert werden. Aktuell machen Arbeiten aus „Love Hina“ und „Negima“ noch den Großteil der Exponate aus. In der Ausstellung hat der Zeichner auch seine politischen Ambitionen künstlerisch festgehalten. Auf Tafeln skizzierte er seine Pläne für die Zukunft. Dazu gehören unter anderem der Schutz der Meinungsfreiheit, in dem er sich gegen Zensur in Anime und Manga einsetzt. Auch der ausländische Druck auf japanische Künstler soll vermindert werden.

Die Doujinshi-Kultur in Japan will der Mangaka weiterhin verstärkt schützen. Gleichzeitig möchte er diese Kunstform mehr fördern. Das internationale Ansehen Japans soll durch mehr Exporte von Manga, Anime und Games weiter gesteigert werden und diese Kunstformen international mehr Schutz erhalten.

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