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Der Mann soll angeblich gegen die Olympischen Spiele protestiert haben

NHK muss sich bei falschem Demonstranten entschuldigen

Die Japan Broadcasting Corp. (NHK) veröffentlichte in den letzten Tagen eine offizielle Entschuldigung, nachdem sie einen Mann fälschlicherweise als bezahlten Demonstranten gegen die Olympischen Spiele in Tokyo bezeichnet hatten. Der Sender gab das Missverständnis zu und erklärte, dass die fehlerhafte Darstellung nicht beabsichtigt war.

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Wenige Tage vorher strahlte NHK auf dem Sender BS1 einen zweiminütigen Beitrag aus und entschuldigte sich damit bei allen Beteiligten der Filmproduktion und natürlich allen Zuschauern. Die falschen Informationen kamen aus dem NHK-Büro in Osaka und waren in einer Dokumentation mit dem Title „Die Olympischen Spiele in Tokio mit den Augen von Naomi Kawase“ enthalten, die BS1 Ende Dezember ausstrahlte.

NHK übernimmt volle Verantwortung

Der Dokumentarfilm entstand auf Wunsch der preisgekrönten japanischen Regisseurin Naomi Kawase und zeigt einen Filmemacher, der neben der Regisseurin auch weitere Personen interviewte, die sich gegen die Durchführung der Olympischen Spiele in Tokyo 2021 aussprachen. In einem Interview erklärte an Mann, der anonym bleiben wollte, dass er an Demonstrationen gegen die Spiele teilgenommen hatte und dafür bezahlt wurde. Nach der Ausstrahlung erhielt der Sender zahlreiche Anfragen zu dem „bezahlten Demonstranten“.

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Gemäß Angaben von NHK befragten Mitarbeiter den Mann vor wenigen Tagen erneut. Dabei kam heraus, dass der Japaner zwar in der Vergangenheit bereits an mehreren Demonstrationen teilgenommen hatte, für die er Geld erhielt, Proteste gegen die Olympischen Spielen wären das aber nicht gewesen. Gleichzeitig ließ der Befragte aber durchblicken, sich solch bezahlte Einsätze in Zukunft vorstellen zu können.

Diese Aussage unterscheidet sich sehr von der, die in der Dokumentation vorkam. Das Büro in Osaka führte einen ungenau verfassten Untertitel als Erklärung für das Missverständnis an. NHK ließ verlauten, der für den Dokumentarfilm zuständige Regisseur habe den Dialog auf der Grundlage von unabhängig gesammeltem Zusatzmaterial geschrieben. Eine nachträgliche Prüfung der Informationen, wie es eigentlich üblich ist, hätte nicht stattgefunden.

Kawases eigener Film soll dieses Jahr erscheinen

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Der Sender erklärte, es sei nicht beabsichtigt gewesen, Informationen zu fälschen oder die öffentliche Meinung über die Olympischen Spiele zu beeinflussen. Ein Missverständnis während der Produktion und fehlende Kommunikation zwischen den Verantwortlichen habe zu der missverständlichen Ausstrahlung geführt.

Es hat vorher mehrere Testvorführungen des Films gegeben, bei der der Fehler nicht bemerkt worden wäre. Änderungen seien in dieser Phase nicht vorgenommen worden. Alle Verantwortung für die Produktion liegt bei NHK. Die Regisseurin Naomi Kawase und ihr Team seien dafür nicht verantwortlich gewesen.

Naomi Kawase wurde mit der Regie eines offiziellen Films zu den Olympischen Spielen in Tokyo beauftragt. Dieses Projekt wird vom Internationalen Olympischen Komitee und dem Organisationskomitee der Spiele in Tokio gesponsert. Die Veröffentlichung ist für den Juni 2022 geplant.

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