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HomeNachrichten aus JapanUnterhaltungPräsident des Verlags Kadokawa muss sich nach Zensur-Äußerungen entschuldigen

Als Zeichen der Reue kürzte er sich selbst das Gehalt

Präsident des Verlags Kadokawa muss sich nach Zensur-Äußerungen entschuldigen

Vor Kurzem der trat der Präsident des japanischen Manga-Verlags Kadokawa in einer Fernsehsendung auf, in der das Gespräch auch auf das Thema „Zensur“ von bestimmten Inhalten kam. Für seine „unangemessenen Kommentare“ dazu entschuldigte er sich jetzt öffentlich.

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Takeshi Natsuno ist seit Ende Juni Präsident und CEO des Verlags-, Film- und Crossmedia-Unternehmens Kadokawa, das hierzulande vor allem für seine sehr erfolgreiche Manga-Sparte bekannt ist. Am 21. Juli nahm Natsuno an einem Gespräch auf AbemaTV teil, in dem es darum ging, ob Bilder von „Gravure Idols“ (größtenteils Bikini-Bilder) in Manga-Magazinen für Jungen und junge Männer angemessen seien.

Bestimmte Inhalte sollten überprüft werden

In seiner Antwort konzentrierte sich der Verlagspräsident allerdings vorrangig auf „extreme“ sexuelle Inhalte in Mangas. Dabei äußerte er auch die These, dass diese in diesen Zeiten neu bewertet werden müssen, um die Veröffentlichungsstandards, die die Verlage nach eigenen Angaben haben, an das digitale Zeitalter anzupassen. Dabei verwies er auf Tatsache, dass immer mehr Manga nicht den Standards von großen Online-Anbietern wie Google gerecht werden.

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Autoren, Zeichner aber auch viele Online-Leser kritisierten Natsuno für seine Äußerung aufs schärfste. Ein Sprecher der japanischen Video-Streaming-Plattform NicoNico, die zum Kadokawa-Tochterunternehmen Dwango gehört, versicherte den Zuschauern, dass es dort keinerlei Pläne gäbe, die Inhalte irgendeiner Zensur zu unterwerfen, bevor sie online gestellt werden.

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Eindeutige Darstellung bei Manga im Gespräch

Präsident weiterhin im Schussfeld

Kadokawa gab jetzt eine offizielle Pressemitteilung heraus, in der man darauf verweist, dass Natsuno seine Äußerung zwar als Einzelperson getätigt habe, diese allerdings in Hinsicht auf seine Position im Unternehmen als unangemessen angesehen hat. Sie würden in keinster Weise künftige Handlungspläne wiedergeben. Auch Natsuno sei über seine damalige Äußerung zutiefst nachdenklich. Als Zeichen seiner Reue würde er für die nächsten drei Monate, von August bis Oktober, auf 20 Prozent seines Gehalts verzichten.

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Obwohl sich Natsuno offiziell für seine Äußerung entschuldigt hat, sind viele Internetnutzer weiterhin skeptisch und glauben, dass der Präsident künftige Pläne von Kadokawa vorwegnimmt und fordern nachdrücklich seinen Rücktritt. Manga sind ein fester Umsatz-Zweig des Unternehmens und werden vermehrt online gelesen. Im letzten Jahr spülten die gezeichneten Geschichten mehr als 600 Millionen Yen in die Kassen der Verlage.

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