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Junge Menschen zum Wählen bewegen

Unternehmen wollen Wahlbeteiligung in Japan steigern

In Japan ist die Wahlbeteiligung sehr niedrig, da sich viele Menschen nicht für die Politik interessieren. Immer wieder gibt es Versuche, Menschen dazu zu bewegen, wählen zu gehen, so auch für die kommenden Oberhauswahlen.

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Viele Unternehmen kündigten besondere Aktionen für Wähler an, darunter auch die Ramen-Kette Ippudo, die die Suppe jedes Wählers kostenlos mit Nudeln nachfüllt.

Nudeln sollen beim Kampf gegen die geringe Wahlbeteiligung helfen

Ziel ist es, die Wahlbeteiligung insbesondere bei jungen Menschen zu erhöhen. Dafür bietet die Ramen-Kette allen Kunden, die ihre Stimme abgeben, vom 10. bis 24. Juli an, mehr Nudeln oder ein gekochtes Ei als Topping für ihre Nudelsuppe gratis zu bekommen.

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Alle Personen, die an der Wahl teilgenommen haben, können diesen Service während des gesamten Aktionszeitraumes so oft in Anspruch nehmen, wie sie wollen. Die Kunden müssen einen amtlichen Nachweis über ihre Stimmabgabe oder ein Foto vorlegen, das belegt, dass sie ihre Stimme abgegeben haben.

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Nach Angaben der Muttergesellschaft von Ippudo ist es bereits das fünfte Mal, dass man so eine Aktion anbietet. Ein Vertreter des Unternehmens kommentierte die Aktion mit: „Wir hoffen, dass dies eine Gelegenheit für die Menschen schafft, ihre Stimme abzugeben, auch wenn das Wählen für sie nicht zur Gewohnheit geworden ist. Wir wollen, dass sie es wie einen Ausflug betrachten und nach der Stimmabgabe Ramen genießen.“

Immer mehr kleine Unternehmen in Japan versuchen, die Wahlbeteiligung zu erhöhen und zielen besonders auf junge Menschen ab.

Nach Angaben des Ministeriums für innere Angelegenheiten und Kommunikation lag die Wahlbeteiligung bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus im vergangenen Oktober in den Wahlkreisen mit nur einem Sitz bei 55,93 Prozent.

Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen war die Beteiligung bei den 20-Jährigen mit 36,5 Prozent am niedrigsten, gefolgt von den Jugendlichen (18 und 19 Jahre) mit 43,21 Prozent und den 30-Jährigen mit 47,12 Prozent. In Japan lag Wahlbeteiligung der 20-Jährigen in den letzten 30 Jahren stets unter 50 Prozent.

Politik ignoriert junge Menschen

Ein Grund für die geringe Wahlbeteiligung bei jungen Menschen ist die Tatsache, dass die Politik sie einfach ignoriert und viele Menschen den Eindruck haben, dass ihre Stimme als wertlos betrachtet wird.

Tatsächlich behandeln die Wahlprogramme in der Regel keine Themen, die sich speziell an junge Menschen richten, wie die Programme zur Oberhauswahl zeigen. Insbesondere das wichtige Thema Klimawandel wird ignoriert.

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