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HomeNachrichten aus JapanUS-Militär leitet in Okinawa verseuchtes Wasser in die Kanalisation

Wasser soll angeblich ungefährlich sein

US-Militär leitet in Okinawa verseuchtes Wasser in die Kanalisation

Das US-Militär in Japan ist dafür bekannt, dass sie sich nicht an Regeln halten. Jetzt verärgerten sie die Zentralregierung, weil sie in Okinawa verseuchtes Wasser in die Kanalisation geleitet haben.

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Am 26. August haben die US-Marines das Wasser, das Perfluoroctansulfonat (PFOS) enthielt, von der US Marine Corps Air Station Futenma in Ginowan in das Abwassersystem gegossen. 64.000 Liter Wasser wurden freigesetzt, die nach Angaben des Militärs ungefährlich seien.

US-Militär setzt sich über Japan hinweg

Sie kündigten die Freisetzung über eine E-Mail um 9:05 Uhr für 9:30 Uhr an. Auch das Außenministerium erhielt die Nachricht. Um 10:14 Uhr bekam die Präfektur die Nachricht vom Okinawa-Verteidigungsbüro, dass das Wasser in der Kanalisation ist.

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Laut dem Militär waren 2,7 Nanogramm PFOS pro Liter im Wasser. Das Limit liegt in Japan bei 50 Nanogramm pro Liter, allerdings kann niemand die Angaben des Militärs überprüfen. Dazu wurde nie geprüft, ob das Wasser wirklich sicher für die Umwelt ist.

Am selben Tag sollte sich das US-Militär mit japanischen Beamten treffen, um über die Entsorgung des Wassers zu reden. Das US-Militär hatte bisher ein privatwirtschaftliches Unternehmen mit der Wasseraufbereitung beauftragt. Für sie seien aber die Kosten zu hoch geworden, weswegen sie das Wasser selbst aufbereiten und ablassen wollten.

Japans Abwasseraufbereitungsanlagen können PFOS nicht rausfiltern

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Das Militär versprach, das Wasser so weit zu reinigen, dass Trinkwasserqualität hat, bevor sie es in die Kanalisation leiten. Die Präfektur lehnte den Plan ab, da sie erst noch die Sicherheit der Maßnahmen bestätigen wollten.

Die Gemeindeversammlung von Ginowan verabschiedete einstimmig eine Resolution und ein Meinungspapier, in denen sie die US-Marines aufforderten, verantwortungsvoll mit dem Wasser umzugehen. Abwasseraufbereitungsanlagen der Kanalisation sind nicht in der Lage PFOS herauszufiltern und es wird befürchtet, dass der Stoff bis ins Meer fließt.

Die Zentral-, Präfektur- und Kommunalregierung sind über den Vorfall sehr verärgert. Okinawas Gouverneur gab an, dass er große Empörung über den Vorfall empfindet, gerade weil zur gleichen Zeit über das Wasser Gespräche geführt werden sollten.

Rechtlich kann Japan nichts machen

Auch das Außenministerium und Verteidigungsminister zeigten sich sehr verärgert. Sie bezeichnen den Vorfall als bedauerlich und sie hätten nie damit gerechnet, dass so etwas getan wird. Man will nun auf alle Ebenen den Protest äußern. Die Präfektur und die Kommunalverwaltungen legten bereits einen Protest ein.

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Viel können sie rechtlich aber nicht aussetzten. Das Umweltministerium und das Gesundheitsministerium haben Wasserqualitätsnormen für den PFOS-Gehalt im Wasser. Vorschriften für die Kanalisation gibt es aber nicht.

Das US-Militär selbst hat eine lange Geschichte mit der Verseuchung der Umwelt durch PFOS, der im Löschschaum der Armee zu finden ist. Im April 2020 lief auch an der Futenma-Basis der giftige Löschschaum in einen nahen Fluss. Kein Einzelfall, wie Untersuchungen zeigen. In vielen Gewässern an US-Militärstützpunkten wurden wiederholt sehr hohe Werte von der Chemikalie gefunden.

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