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Militärangehörige erhalten persönliche Essensversorgung

US-Soldaten erhalten in japanischem Gefängnis eine Sonderbehandlung

Vielen Menschen sind die US-Soldaten in Japan ein Dorn im Auge. Das liegt vor allem an den zahlreichen Vorfällen in der Vergangenheit, bei denen Mitglieder des US-Militärs teilweise schwere Straftaten im Land begangen haben. Dem Rechtssystem wird dazu vorgeworfen, dass die Täter häufig sehr sanft behandelt werden. Doch nicht nur vor Gericht scheinen Soldaten einen Sonderstatus zu haben. Es wurde jetzt bekannt, dass sie auch im Gefängnis anders behandelt werden.

In einem Gefängnis in Yokosuka, Kanagawa sind Japaner, Ausländer und Mitglieder des US-Militärs gleichermaßen inhaftiert. Nach Zahlen aufgeteilt sind sieben Mitglieder des US-Militärs und 156 Japaner oder andere Ausländer. Laut einem Bericht der Mainichi Shimbun werden die Insassen bei der Versorgung nicht gleich behandelt. Die amerikanischen Staatsbürger bekommen ein deutlich luxuriöseres Essen als der Rest.

Luxus im Gefängnis

Die Amerikaner bekamen so am 9. Januar zum Frühstück Obst, ein Käseomelett, Rahmenrindfleisch, Pfannkuchen mit Sirup und gekochten Reis. Am selben Tag bekamen die anderen Häftlinge eine Misosuppe mit Zwiebeln und Seetang, Natto, eingelegte Pflaumen und eine gemischte Schüssel an Reis und Gerste, wobei das Verhältnis von 7:3 war.

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Auch an anderen Tagen sind die Unterschiede beim Essen massiv. Die US-Soldaten durften sich über Steaks, Spargel, Kartoffeln, Fruchtcocktails und sogar Erdnussbutterkekse freuen. Japaner und Ausländer erhielten hingegen gebratene Makrele, gekochte Eier, eingelegte Gurken, Gemüse und überwiegend einen Reis-Gersten-Mix.

Bei den Getränken gibt es regulär nur Tee. Die Amerikaner bekommen hingegen Kaffee und Milch. Insgesamt kam es nur dreimal im Monat vor, dass die Militärangehörigen das gleiche Essen wie alle anderen bekamen.

Unterschiedliche Behandlungen sind rechtens

Die unterschiedlichen Behandlungen sind an sich jedoch kein Geheimnis. Die Militärangehörige erhalten Lebensmittel unter dem Japan-U.S. Status of Forces Agreement (SOFA) direkt vom US-Militär. Das Militär lieferte dem Gefängnis 2019 insgesamt 5,3 Tonnen an Nahrungsmittel, wobei zu dem Zeitpunkt acht Soldaten inhaftiert waren. Umgerechnet sind das 600 Kilogramm an Lebensmittel pro Insassen.

Das Gefängnis gibt an, dass Männer die empfohlene Versorgung von 2.220 bis 2.620 Kalorien pro Tag erhalten. Mitglieder des US-Militärs erhalten mit großer Wahrscheinlichkeit jedoch deutlich mehr.

Allgemein erhalten die amerikanischen Insassen unter dem Abkommen zahlreiche Sonderbehandlungen, was in dem Abkommen gleichermaßen festgehalten ist. So dürfen Militärangehörige jeden Tag duschen, während die anderen nur zweimal pro Woche und im Sommer dreimal pro Woche als Gruppe baden dürfen.

Forderungen nach Gleichberechtigung gibt es schon lange

Weiter durften in der Vergangenheit die Militärangehörigen auch länger wach bleiben und bekamen Heizgeräte. Sie schlafen dazu in einzelnen Abteilen in Betten und nicht auf Futonmatratzen wie die anderen. Es sei dazu gesagt, dass diese Sonderabhandlungen nur männliche Insassen in Yokosuka betreffen. Weibliche inhaftierte US-Militärangehörige leben in Tochigi und bekommen keine Sonderrationen.

Viele sehen das als großes Problem in der unterschiedlichen Behandlung und es wurde bereits mehrmals bei nationalen Parlamentssitzungen angesprochen. Zuletzt sagte der ehemalige Justizminister Mayumi Moriyama 2002, dass die Sonderverpflegung der Amerikaner abgeschafft wird. Seitdem hat sich jedoch nicht viel geändert.

Vor allem die Opfer hinter den Straftaten der US-Soldaten sind erzürnt über die Behandlung. Masanori Yamazaki, dessen Frau von einem US-Matrosen überfallen und ermordet wurde, ist empört. Es sei unglaublich, dass selbst im Gefängnis die Militärmitglieder noch eine Sonderbehandlung erhalten.

Egal ob Japaner oder US-Soldat, sie seien alle gleichermaßen Häftlinge und sollten so auch behandelt werden. Yamazaki fordert deswegen von der japanischen Regierung eine Beseitigung der Ungerechtigkeit, auch im japanischen Strafsystem für US-Soldaten.

Justizministerium bleibt machtlos

Das Justizministerium erklärte, dass Ausländer in größeren Gefängnissen Anpassungen erhalten, wie bei den Betten oder den Mahlzeiten in Bezug auf Religion oder bestimmten Ernährungen. Sie stimmten jedoch zu, dass US-Militärangehörige deutlich eine Sonderbehandlung erhalten. Dazu sollten aber eigentlich die Mahlzeiten im Vergleich zu dem anderen Essen relativ gleich sein, wie weiter erklärt wurde. Ebenfalls sollen die Unterschiede zwischen den Insassen verbessert werden.

Das Ministerium betonte dazu jedoch, dass sich die Situation nicht einfach über Nacht ändern lässt, da mehrere darin verwickelt sind. Dass dazu die Frauen kein separates Essen bekommen, wird lediglich damit begründet, dass es seit Beginn des Abkommens eine Mehrheit an männlichen Gefangenen gibt, weswegen es für die Frauen noch nie eine Sonderbehandlung gab.

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1 Kommentar

  1. Kurz gesagt, wundert mich nicht

    Und natürlich lässt sich sowas schlecht ändern weil man will es ja gar nicht. Komisch, dass ja scheinbar diese Anpassungen nur für gewisse Ausländer gelten die in Gefangenschaft sind, wogegen andere in Isolation gehalten werden.

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