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Zahl der Veganer hat sich in Japan verdoppelt

Vegane Bäckereien werden in Tokyo immer beliebter

Grün ist eindeutig in, denn die Zahl der Veganer und der Menschen, die sich stärker pflanzlich ernähren, nimmt zweifellos zu. Nach einem Bericht von GlobalData ist die Zahl der US-Konsumenten, die sich als Veganer identifizieren, zwischen 2014 und 2017 um 600 Prozent gestiegen.

Während konkrete Zahlen für den japanischen Markt nicht verfügbar sind, geht aus einer kleinen Studie von Vegewel hervor, dass sich die Zahl der Veganerinnen und Veganer in Japan von 1 Prozent im Jahr 2017 auf 2,1 Prozent im Jahr 2019 verdoppelt hat.

Willkommene Nachricht für Veganer

Pflanzenbasierte Optionen schießen überall in Tokyo aus dem Boden. Von den veganen Currys im homosexuell-freundlichen Café Ryusen112 in Asakusa bis hin zu dicken veganen Burgern aus den Great Lakes Tokyo in Takadanobaba. Kleine vegane Geschäfte sprießen so schnell aus dem Boden, dass es schwer ist mitzuhalten.

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Sogar traditionell fleischlastige Angebote wie Steakhäuser und Kneipen werden freundlicher für die Veganer, wobei The Burn in Aoyama zusammen mit Kneipen wie The Hobgoblin in Shibuya beeindruckende vegane Angebote hervorbringen.

Der wahre Beweis für die wachsende Popularität des Veganismus liegt jedoch im Pudding. Oder besser gesagt, im Brot. In diesem Frühjahr ist rund um Tokyo eine neue Generation von veganen Bäckereien und Cafés entstanden.

Das ist eine willkommene Nachricht für Veganerinnen und Veganer oder für die Menschen mit Milch- oder Ei-Allergien, die oft viele japanische Backwaren nicht genießen konnten.

Beliebtes veganes Café

Eines dieser neuen Geschäfte ist 1110 Cafe/Bakery aus Kawaguchi in der Präfektur Saitama. Es hat seit dem 27. Juni geöffnet und ist eine kleine grüne Oase zwischen den vielen Stahlwerkstätten der Gegend. Die Bäckerei aus roten Ziegelsteinen befindet sich neben einer Kombucha-Brauerei, die von demselben Unternehmen, Oizumi Kojo Inc., stammt.

Der Geschäftsführer Kantaro Oizumi wurde nach einem Besuch in New York im Jahr 2018 von der veganen Ernährung inspiriert. Er wollte diese Lebensmitteleinstellung in Japan teilen. So machte er aus dem einstigen Immobilienunternehmen eine Lebensmittelfirma.

Unter den vielen Möglichkeiten des Cafés sticht das anpan (Brötchen mit roten Bohnen) hervor. Es ist gefüllt mit reichhaltiger veganer Butter auf Kokosnussbasis und anko (rote Bohne) und bringt diesen beliebten Favoriten auf einen ganz neuen Markt von Feinschmeckern.

Traditionellesn Anpan gibt es jetzt auch in einer veganen Variante
Traditionelles Anpan. Quelle: Wikipedia

Auswirkungen auf den Klimawandel

Neben Baguettes, Rosinenbrot und anderen Frühstücksfavoriten umfasst die Speisekarte von 1110 auch herzhafte Gerichte wie Makkaroni mit veganem Käse und eine herrlich authentische Quiche auf Gemüsebasis, die mit Milchkaffee aus biologischer Pflanzenmilch genossen werden kann.

Auf die Frage, warum er sich entschlossen hat, eine vegane Bäckerei zu eröffnen, wird Oizumis größeres Ziel deutlich. „Ich reiste um die ganze Welt, sah aber, dass es nicht wirklich viele Bäckereien-Cafés gab, die sich sowohl auf biologische als auch auf pflanzliche Lebensmittel konzentrierten, also beschloss ich, selbst eines zu eröffnen“, sagte er.

Obwohl er selbst kein Veganer ist, erkennt er durch seine Entdeckung der ökologischen Landwirtschaft, des Kombucha-Brauens und der Auswirkungen der Tierhaltung auf den Klimawandel, den Wert der zunehmenden veganen Optionen in Japan, sowohl für die Einwohner als auch für Besucher.

Kinder mit Allergien kriegen leuchtende Augen

Während die weltweite Bewegung zum Veganismus zum Teil dem Aufschwung pflanzlicher Esslokale zu verdanken ist, sagt Saiko Ohsara, die Inhaberin von Universal Bakes and Cafe in Setagaya-Daita, dass die Internationalisierung Tokyos den Wandel ebenfalls vorantreibt.

„Wenn auch langsam, so wird Tokyo doch zu einem viel vielfältigeren Ort als die großen europäischen Hauptstädte, New York oder Melbourne. Da all diese Menschen mit unterschiedlichen Esskulturen zusammenkommen, ist der Bedarf an integrativen Optionen wie veganem Essen viel größer als früher“, sagt sie.

Laut Ohsara sind die Anwohner seit der Eröffnung von Universal im Mai von ihren Backwaren begeistert und besuchen sie mehrmals wöchentlich, um ihr Melonenpan (Melonenbrot), herzhafte Gratinbrote und eine Reihe von Baguettes mit Rosinen oder Oliven zu kaufen. „Eines der befriedigendsten Dinge ist es zu sehen, wie Kinder mit Milch- oder Ei-Allergien aufleuchten, wenn ihnen gesagt wird, dass sie alles essen können, was sie wollen“, sagt sie.

Große japanische Ketten ziehen mit

Über die Bäckereien hinaus ist es noch ermutigender, dass sich auch große Ketten der Pflanzenpartei angeschlossen haben. Die allgegenwärtige Currykette Coco Ichibanya hat dauerhaft ein veganes Menü eingeführt, ebenso wie die Ramenkette Kyushu Jangara.

Sogar die Burger-Kette Mos Burger testet derzeit einen Grünen Burger auf Mos-Pflanzen-Basis, während der große Ramen-Anbieter Kagetsu Arashi vorübergehend seine vegetarischen Ramen, gyōza und gebratenen Reis zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder auf die Karte setzte.

Die Einführung veganer und pflanzlicher Gerichte macht das Essen nicht nur für diejenigen einfacher, die sich aus moralischen oder gesundheitlichen Gründen so ernähren wollen, sondern auch für diejenigen, die Allergien haben oder aus religiösen Gründen versteckte Tierprodukte meiden wollen.

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