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HomeNachrichten aus JapanVerkürzte Quarantänezeit löst nicht die Personalknappheit in Okinawas Krankenhäusern

Probleme liegen auch woanders

Verkürzte Quarantänezeit löst nicht die Personalknappheit in Okinawas Krankenhäusern

Die Präfektur Okinawa hat aktuell Probleme, die medizinische Versorgung aufrecht zu halten, da sich viele Mitarbeiter des medizinischen Bereichs in Quarantäne befinden. Die Lage wird von der Präfekturverwaltung mittlerweile als sehr ernst eingestuft.

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Die japanische Regierung reagierte auf die Situation mit einer Verkürzung der Quarantänezeit von 14 auf zehn Tage und einer Lockerung für Ärzte und Krankenpfleger, die als Kontaktpersonen von Menschen, die sich mit der Omikron-Variante infiziert haben, gelten. Diese Personen müssen sich demnächst zwar täglich testen, allerdings nicht mehr in Quarantäne.

Effekt der Problemlösestrategie ist fraglich

Inwieweit sich die Situation in Okinawa durch diese Maßnahme entspannt, ist jedoch fraglich, denn in den 21 medizinischen Einrichtungen der Präfektur fehlen aktuell 681 Mitarbeiter.

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198 Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert und 483 gelten als enge Kontakte infizierter Personen. 14 der 21 Einrichtungen haben ihre Notfall- und ambulanten Dienste bereits eingeschränkt.

Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales hat eine Mitteilung verschickt, in der es heißt, dass Personen, die engen Kontakt zu infizierten Personen hatten, ihrer Arbeit nachgehen können, solange sie symptomfrei sind und täglich getestet werden.

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Einige Krankenhäuser haben bereits reagiert und diese Maßnahme umgesetzt, allerdings hat sich die Personalknappheit bisher noch nicht gebessert.

Krankenhäuser in Okinawa befürchten anhaltende Überlastung

Jiro Fujita, Professor für Infektionskrankheiten und Lungenheilkunde an der Universität der Ryukyus und Leiter des beratenden Expertengremiums der Präfekturregierung von Okinawa, sagte zu den Gründen für die anhaltenden Fehlzeiten: „Es gab viele Fälle, in denen Erwachsene aufgrund der Schließung von Schulen und Kindertagesstätten als Reaktion auf die sich ausbreitenden Infektionen keine andere Wahl hatten, als sich von der Arbeit freizustellen, weil Kinder zu Hause beaufsichtigt werden mussten.“

Zudem befürchten die Krankenhäuser, dass durch die verkürzte Quarantänezeit die Ausbreitung des Coronavirus noch schneller voranschreitet. Außerdem bindet das tägliche Testen das Personal ebenfalls und erhöht somit die Belastung zusätzlich.

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