Anzeige
HomeNachrichten aus JapanVerteidigungsministerin Inada besucht Yasukuni-Schrein

Verteidigungsministerin Inada besucht Yasukuni-Schrein

Japans aktuelle Verteidigungsministerin Tomomi Inada besuchte am Donnerstag den Yasukuni-Schrein in Tokyo.

Anzeige

Am Yasukuni werden die Kriegsopfer Japans als kami verehrt. Unter diesen befinden sich jedoch auch Kriegsverbrecher bzw. Christen und zwangsrekrutierte koreanische Kriegsgefallene, die gegen den Willen ihrer Familien dort eingeschreint wurden. Staatsbesuche japanischer Politiker am Yasukuni-Schrein werden deshalb, besonders in China und Südkorea, häufig als Provokation angesehen. Problematisch ist zudem, dass im benachbarten Museum der Pazifische Krieg nicht als Angriffs- sondern als Befreiungskrieg vom westlichen Kolonialismus zur Ermöglichung des jetzigen Wohlstands verklärt dargestellt wird.

Verteidigungsministerin Tomomi Inada by NHK World

Inada erzählte den Reportern, dass Sie eine Opfergabe aus ihrer eigenen Tasche spendete und sich in das Besucherregister eingetragen hat. US-Präsident Barack Obama besuchte dieses Jahr die Atombomben-Gedenkstätte von Hiroshima, während Japans aktueller Premier, Shinzo Abe, erst vergangenen Dienstag den Opfern von Pearl Harbor auf Hawaii seinen Tribut zollte, so die Verteidigungsministerin weiter.

Sie merkte an, dass Japan und die USA, welche die härtesten Schlachten während des Krieges führten, nun die stärksten Verbündeten seien. Inada zollte mit diesen Hintergedanken den Opfern ihren Respekt, in der Hoffnung, dass Frieden für Japan und für die Welt aus einem zukunftsorientierten Blickwinkel hergestellt werden kann.

Auf die Frage zu den erwartbaren, wütenden Reaktionen seitens China und Südkorea antwortete die Politikerin beschwichtigend. Sie sei der Ansicht, dass Erkenntlichkeit, Respekt und Anteilnahme für diejenigen, die ihr Leben für ihr Land ließen, von jedem Menschen verstanden werden kann, unabhängig von der geschichtlichen Sichtweise oder der Unterscheidung von Freund oder Feind.

Anzeige
Anzeige