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Viele Japaner glauben nicht, dass die Olympischen Spiele den Wiederaufbau fördern

Japan setzt viel Hoffnung in die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo. Zum einen sollen sie den Tourismus deutlich fördern und zum anderen den Katastrophengebieten von 2011 beim Wiederaufbau helfen. Eine Umfrage der Rundfunkgesellschaft NHK ergab nun allerdings, dass die Mehrheit der Japaner aus den Gebieten daran nicht wirklich glaubt.

Die Umfrage fand im Rahmen des achten Jahrestags des Erdbebens und Tsunamis von 2011 statt. Zwischen dem letzten Dezember und diesem Januar befragte NHK 4.400 Personen aus den betroffenen Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima. Von ihnen antworteten 1.608 Personen auf die Umfrage. Überraschenderweise glaubt die Mehrheit nicht daran, dass die Paralympischen und Olympischen Spiele den Wiederaufbau fördern.

57,6 Prozent der Befragten glauben nicht, dass die Spiele förderlich sind. Im Vergleich sahen nur 14,3 Prozent das Event als förderlich an. Besonders herrscht bei den negativen Stimmen Unmut über die Bewerbung der Spiele. 53,9 Prozent der Nein-Sager gaben an, dass die Regierung das Motto „Olympische Spiele für den Wiederaufbau“ nur nutzte, um bei der Auswahl zu gewinnen.

Viele sind unzufrieden mit der Entscheidung

Allgemein fanden nur 38 Prozent aller Befragten die Bezeichnung gut. Allerdings waren sich mit 33,3 Prozent ebenfalls viele unsicher und nur 28,7 Prozent möchten das Motto nicht. Eindeutiger war es bei der Frage, ob die Spiele einen wirtschaftlichen Nutzen bringen. 51,6 Prozent antworteten mit Nein. Ähnlich viele gaben mit 51,3 Prozent an, dass Olympia sogar den Wiederaufbau verzögert. 38,1 Prozent fanden, dass es zu früh für die Ausrichtung der Spiele ist und 34,5 Prozent meinten, dass sie es sich nicht leisten können, über die Spiele nachzudenken.

Neben den Fragen hatten die Menschen die Möglichkeit, eigene Anmerkungen und Kommentare zu schreiben. Ein 71-jähriger Mann aus Iwate schrieb, dass es sich anfühlt, als wenn die Katastrophengebiete zurückgelassen werden, während in Tokyo von den Olympischen Spielen für den Wiederaufbau die Rede ist. Er fühle sich deswegen nicht unbedingt glücklich.

Ein 48-jähriger ehemaliger Bewohner aus Fukushima äußerte sich ebenfalls kritisch. Er ist besorgt, dass die Menschen nach den Spielen den betroffenen Gebieten keine Beachtung mehr schenken. Jedoch glaubt er, dass die Wiederaufbauarbeiten dabei halfen, die Olympischen Spiele zu erhalten. Er hofft deswegen, dass die Arbeiten schnell vorangehen, damit er bald wieder in seiner Heimat leben kann.

Quelle: NHK

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