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HomeNewsVogelgrippe-Ausbruch in Japan geht langsam zu Ende

Trauriger Rekord an getöteten Tieren

Vogelgrippe-Ausbruch in Japan geht langsam zu Ende

Seit November letzten Jahres hatte es in Japan immer wieder Ausbrüche der Vogelgrippe gegeben, nachdem es in den Jahren zuvor wenige Fälle gegeben hatte. Nun scheint der Ausbruch aber zum Glück fast beendet zu sein.

In insgesamt 18 Präfekturen, darunter Chiba und Ibaraki, die für Geflügelzucht bekannt sind, wurde die Vogelgrippe in dieser Saison festgestellt.

Rekord an Keulungen aufgrund von Vogelgrippe

Zur Bekämpfung der Vogelgrippe müssen grundsätzlich Tiere getötet werden, was Keulung genannt wird. Die Tiere, die bisher gekeult werden mussten, lag am Samstag bei rund 9,87 Millionen.

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Damit wurde ein neuer Rekord aufgestellt, denn der bisherige Höchstwert war1,83 Millionen getötete Tiere in den Jahren 2010 bis 2011. Dass so viele Tiere getötet werden mussten, hatte wirtschaftliche Folgen.

Die Präfektur Chiba, einer der größten Hühnereiproduzenten des Landes, hob am 20. April die Beschränkungen für die Verbreitung von Eiern und Hühnern aus Farmen auf.

Nachdem Ende letzten Jahres eine Reihe von Infektionen in Chiba aufgetreten waren, wurde in der östlichen Präfektur ein Drittel aller eierlegenden Hühner, das heißt etwa 4,56 Millionen Tiere, gekeult.

Eierpreise steigen stark an

Die Keulung löste einen Anstieg der Eierpreise aus, die normalerweise ohne größere Schwankungen fast auf dem gleichen Niveau blieben.

Doch in diese Saison stieg der Preis stark an. Der Marktpreis für mittelgroße Hühnereier des japanischen Eierhändlers JA.Z-Tamago Co. in Tokyo lag am Freitag bei 250 Yen (etwa 1,89 Euro) pro Kilogramm. Damit ist der Preis 50 Prozent höher als vor einem Jahr.

Ein Beamter eines großen Eierhändlers sagte: „Die Großhandelspreise stiegen, da die Eierlieferungen aufgrund der Ausbreitung der Vogelgrippe knapp wurden.“

Starker Ausbruch der Vogelgrippe in dieser Saison

Die Keulung von fast 10 Millionen Hühnern und Enten spiegelte die Ausbreitung der Vogelgrippe in der östlichen Kanto-Region und in weiten Gebieten westlich von Kanto wider, sowie die Vergrößerung von Geflügelfarmen, hauptsächlich aufgrund eines Mangels an Nachfolgern.

Die durchschnittliche Anzahl der eierlegenden Hühner in den Betrieben lag 2019 bei etwa 67.000, ein Anstieg um 50 % gegenüber 2009.

In der Präfektur Chiba gab es in dieser Saison drei Fälle, in denen über eine Million Hühner und Enten gekeult wurden.

Vogelgrippe kam durch Zugvögel

Japans Landwirtschaftsministerium fordert die Geflügelhalter auf, gründliche Maßnahmen zu ergreifen, damit in der kommenden Saison nicht wieder so viele Tiere getötet werden müssen.

Es wird vermutet, dass das Vogelgrippevirus durch Zugvögel vom eurasischen Kontinent ins Land gebracht und durch Kleintiere, die mit dem Kot dieser Vögel in Berührung kamen, sowie durch Menschen und Fahrzeuge, die Hühnerfarmen betreten und verlassen, verbreitet wurde.

Viele Farmen, in denen Hühner und Enten mit der Vogelgrippe infiziert wurden, hatten Öffnungen in den Anlagen, die den Eintritt von Kleintieren ermöglichten.

Ministerium will, dass Maßnahmen ergriffen werden

Das Ministerium hat die Hühnerfarmen wiederholt aufgefordert, solche Schlupflöcher zu schließen, die Anlagen gründlich zu desinfizieren und alle Vogelnetze zu überprüfen.

Um das Bewusstsein der Hühnerfarmen zu schärfen, hat das Ministerium Überlegungen angestellt, von ihnen zu verlangen, dass sie die von der Zentralregierung festgelegten Hygienekontrollstandards als Voraussetzung für den Erhalt von Subventionen einhalten.

„Da wilde Vögel in einer Herde das Virus möglicherweise untereinander weitergeben, ist es wichtig, dass wir wachsam bleiben“, sagte Professor Yoshihiro Sakoda von der Universität Hokkaido, ein Experte für Vogelgrippe.

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