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Fax immer noch wichtiger als eine E-Mail

Von wegen Hightech-Land – In Japan fehlt es vielen an Mitteln fürs Homeoffice

Japan wirkt allgemein als Hightech-Land, die neuste Technik, alles sehr modern. Doch der Schein trügt, denn als die japanische Regierung damit begann, die Menschen aufzufordern, zu Hause zu bleiben und dass die Menschen, wenn möglich, doch im Homeoffice arbeiten sollen, stürmten viele als Erstes die Elektronikgeschäfte.

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Vielen Japanern fehlt es an der grundsätzlichen Ausrüstung, um von zu Hause aus zu arbeiten. Denn im Gegensatz zu dem Image von Japan, mit seinen Robotern und technischen Spielereien, ist das Land in vielerlei Hinsicht eher als Lowtech-Land zu bezeichnen.

Fax ist immer noch beliebter als eine E-Mail

Laut Experten ist das größte Hindernis zwar die japanische Unternehmenskultur, denn das Fax wird immer noch der E-Mail bevorzugt, aber in vielen Haushalten gibt es kein Hochgeschwindigkeits-Internetanschluss und Dokumente müssen häufig mit persönlichen Siegeln namens Hanko versehen werden, die als Unterschrift dienen. So funktioniert Homeoffice allerdings nicht.

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Laut einer Umfrage von YouGov können nur 18 Prozent, ohne mindestens einmal die Woche ins Büro zu gehen, im Homeoffice arbeiten.

Ein Faktor ist, dass die Arbeitnehmer im Japan keine klar definierten Arbeitsbereiche haben. Daher erwarten die Unternehmen, dass ihre Mitarbeiter sich ständig austauschen und als Team arbeiten.

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Laut Yuri Tazawa, die Arbeitnehmer im Homeoffice berät, muss dringend etwas getan werden, um Homeoffice in Japan zu etablieren.

Ein Vorschlag ist, dass man Zoom-Besprechungen, bei denen die Mitarbeiter dazu kommen und die nach der Besprechung wieder beendet wird, nur als Sprachverbindung genutzt wird und die auch während des gesamten Arbeitstages aufrechtzuerhalten, um so ein Gefühl zu erzeugen, als sei man in einem Büro.

Große Unternehmen gehen flexibler mit Homeoffice um

Einige der größten Unternehmen, wie Toyota Motor Corp. und Sony Corp., haben bereits Work-from-Home-Richtlinien eingeführt. Das Hauptproblem sind die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die rund 70 Prozent der Wirtschaft ausmachen.

Das Fehlen aktueller IT-Systeme führt dazu, dass Japan bei der Pflege flexibler Arbeitspraktiken, Büroregeln, Verwaltungsmethoden und sogar Einstellungen zur Fernarbeit hinterherhinkt. Dies ist ein Faktor, der zu einer relativ geringen Arbeitsproduktivität beiträgt.

Aber nicht nur, dass es am Internet mangelt, auch Faxgeräte findet man nur in einem Drittel der Haushalte in Japan.

Man findet allerdings kaum ein Büro in Japan, das kein Faxgerät hat, es sei denn es ist eine Firma wie SoftBank, die diese altmodischen Geräte missbilligt. Allerdings scheuen viele Firmen in Japan E-Mails und wollen Informationen lieber per Fax bekommen.

Da wundert es auch niemanden, dass trotz der steigenden Infektionszahlen, die Züge eigentlich genauso voll sind, wie noch vor Coronazeiten.

TJT

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