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Sozialarbeiter fordern eine Reaktion von der Regierung

Vormunden in Japan wird teils Coronahilfsgeld für betreute Personen verweigert

Die japanische Regierung ist zurzeit damit beschäftigt die 100.000 Yen Hilfsgeld in der Bevölkerung zu verteilen. Allerdings gibt es erneut Probleme. Es wird befürchtet, dass die Vormunde für Erwachsene und schutzbedürftige Personen das Geld aufgrund des derzeitigen Systems nicht bekommen und andere das Geld missbrauchen.

Unter dem japanischen Vormundschaftssystem können manchmal Drittpersonen ernannt werden, die sich um das Vermögen von hilfsbedürftigen Erwachsenen kümmern, wenn beispielsweise der Hausvorstand das gesamte Geld verbraucht hat oder es anderweitig illegal verwendete. Es kann demnach eine betreuende Person geben und dazu noch einen Vormund, der für rechtlichen Beistand und für den Schutz der Finanzen zuständig ist. Das Problem bei den aktuellen Zahlungen der Regierung ist jedoch, dass sie grundsätzlich an den Hausvorstand gehen.

Angst vor Missbrauch des Geldes

Dass das System ein Problem ist, zeigt ein Fall um eine Sozialarbeiterin in Kobayashi. Die 45 Jahre alte Helferin kümmert sich seit zehn Jahren als Vormund um einen geistig behinderten Mann in den 40ern. Zuvor hatte sich seine Mutter als alleiniger Vormund um ihn gekümmert, die jedoch nach einem Gerichtsverfahren durch die Sozialarbeiterin in Finanzfragen ersetzt wurde.

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Sie hatte nach einem jährlichen Bericht des Familiengerichts die Invalidenrente ihres Sohnes missbraucht. Aus diesem Grund liegt nun auch die Vermögensverwaltung bei der Sozialarbeiterin, die sich auch allgemein um die Sozialleistungen kümmert. Bei dem Antrag für das Hilfsgeld sieht der Fall jedoch nun ganz anders aus.

Die Arbeiterin wollte Anfang Juni wissen, wo der Mann wohnt, um den Antrag auf das Hilfsgeld zu sich zu schicken. Örtliche Behörden verweigerten eine Auskunft jedoch, da sie nicht der Hausvorstand ist. Sie plante daraufhin mit der Mutter zu sprechen, befürchtet jedoch eine weitere Verschlechterung der Familienverhältnisse.

Stadt will sich bessern

Auch andere Sozialarbeiter berichten von ähnlichen Fällen und sind sehr besorgt. Sie fordern, dass die Behörden verstehen, dass sie nur das Recht der Einzelnen schützen wollen.

Die Stadt Kobayashi selbst wusste nicht recht, wie sie auf die Anfrage der Sozialarbeiterin reagieren sollte. Laut einem Vertreter verstehen sie das Problem. Allerdings hätten sie nicht genug Zeit für Vorbereitungen und keine Zeit zum Sammeln von Informationen zu den Personen, die unter einem Vormund stehen, der nicht der Hausvorstand ist. Sie wollen sich für die Zukunft jedoch bessern und bei neuen Zahlungen darauf achten.

Ebenfalls hat die Anwaltskanzlei von Miyazaki auf das Problem reagiert. Sie schickten Ende Mai eine Anfrage an das Ministerium für innere Angelegenheiten und die örtlichen Behörden der Präfektur Miyazaki. Sie fordern, dass das Problem beseitigt wird. Wenn Benachrichtigungen für Angelegenheiten von hilfsbedürftigen Personen an einen erwachsenen Vormund gehen, sollen die Anträge für das Hilfsgeld ebenfalls an den Vormund gehen, auch wenn er nicht der Hausvorstand ist.

Keine Einsicht beim Ministerium

Das Ministerium erklärte, dass die Zahlungen grundsätzlich für den Hausvorstand gedacht sind, wenn eine hilfsbedürftige Person Teil des Haushalts ist. Anträge an den allgemeinen Vormund werden nicht versendet. Rechtsanwalt Shinichi Harada sieht das jedoch sehr kritisch.

Er ist Vorstand des Ausschusses der Miyazaki Rechtsanwaltskammer für den Schutz und der Interessenvertretung von älteren Menschen und Behinderten. Es sei laut ihm unangemessen nur nach dem Hausvorstand zu urteilen. Er fordert das Ministerium dazu auf, das zu ändern.

MS

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