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Vorsitzender von Nissan Motor wegen Betrug festgenommen

Bis vor Kurzem genoss der Vorsitzende des Autokonzerns Nissan Motor Co. noch einen guten Ruf. Seit Montag sitzt Carlos Ghosn nun jedoch in Haft. Die Staatsanwaltschaft von Tokyo verdächtigt ihn des schweren Steuerbetrugs und der Veruntreuung.

Laut der Staatsanwaltschaft gab Ghosn über die letzten Jahre sein Einkommen nicht richtig an. Zwischen 2018 bis 2015 verdiente er angeblich um die 38.888.866 Euro. Nach bisherigen Untersuchungen liegt das allerdings deutlich unter seinem eigentlichen Einkommen. Bis jetzt verdiente er wohl 77.777.733 Euro.

Nissan Motor bestätigte noch am selben Tag, dass der Verdacht stimmt und Ghosn des Steuerbetrugs schuldig ist. Das Unternehmen gab dazu an, dass es bei der Nutzung des Unternehmensvermögens gleichermaßen zu Ungereimtheiten kam. An dem Betrug ist nach bisherigen Angaben ebenfalls der stellvertretende Direktor Greg Kelly beteiligt. Die Staatsanwaltschaft nahm ihn zusammen mit Ghosn zur Befragung fest.

Untersuchungen laufen noch

Bis jetzt ist noch nicht klar, wie weit der Skandal geht. Eine internationale Untersuchung soll die Tragweite genau aufdecken. Bereits am Montag gab es eine Durchsuchung in Nissans Hauptquartier in Yokohama. Laut NHK stellte das Unternehmen Ghosn Häuser in vier Ländern ohne wirklichen Grund zur Verfügung. Er selbst zahlte nur einen Teil der Miete, während das Unternehmen horrende Summen an die Besitzer der Häuser zahlte.

Es ist gut möglich, dass es in den letzten Jahren ähnliche illegale Aktivitäten gab. Bis die Beamten allerdings alle Unterlagen prüfen können, dauert es vermutlich noch eine Weile. Das Unternehmen führt eine eigene interne Untersuchung durch, um weiteres mögliches Fehlverhalten aufzudecken. Nissan will dazu Ghosn schnellstmöglich entlassen.

Das könnte allerdings zu Problemen führen, da er für die Zusammenarbeit mit dem Autohersteller Renault und Mitsubishi Motors zuständig ist. Ghosn ist gleichzeitig der Vorsitzende und Geschäftsführer von Renault. Renault selbst reagierte ebenfalls auf die Festnahme und veröffentlichte eine Stellungnahme. Bis das Unternehmen direkt mit ihm sprechen kann, wollen sie nicht zu überstürzt handeln. Ob er also ebenfalls seinen Posten bei Renault abgeben muss, ist noch nicht klar.

Quelle: NHK, Asahi, Mainichi Shimbun

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