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Regeln sind verwirrend und ungenau

Wachsendes Interesse am Skateboarding macht in Japan Problem

Skateboarding findet in Japan immer mehr Anklang, was unter anderen an den Olympischen Spielen und der Pandemie liegt. Der Einzelsport verursacht allerdings vermehrt für Problem und fängt an die Menschen zu frustrieren.

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Bei der Polizei gehen immer mehr Meldungen ein, bei denen Skateboards in öffentlichen Bereichen genutzt wurden, wo sie eigentlich verboten sind. Auch Kulturgüter wurden dadurch bereits beschädigt wie im Fall der Kinatai Holzbrücke in Iwakuni, Yamaguchi.

Anfänger kennen oft die Verbote nicht

Ein weiteres Problem sind Ansammlungen von Skateboardern. In einigen Region gibt es immer wieder Treffen an Bahnhöfen oder Einkaufsviertel, wobei einige Skateboarder sich vor allem nachts treffen. Die Gruppen kommen öfter mit Fußgängern in den Konflikt und es gibt ebenfalls Beschwerden wegen Lärmbelästigung.

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Ein Polizist von der Toyohashi Station erklärte, dass sie definitiv mehr Anrufe wegen Skateboarder bekommen. Zwischen Januar und März mussten sie insgesamt zu 27 Vorfällen fahren. Bei einem Fall im Januar erhielten vier Jugendliche einen Strafzettel, weil sie trotz Warnungen auf öffentlichen Straßen gefahren sind.

Zu den Meldungen sei aber auch gesagt, dass viele der Vorfälle von Anfängern verursacht werden, die teilweise mit den Regelungen noch nicht vertraut sind und aus Unwissenheit Probleme machen. Die Behörden versuchen deswegen zum einen die Öffentlichkeit für das Skateboarding zu sensibilisieren und anderseits bei Regelverstößen durchzugreifen.

Gesetzeslage ist kompliziert

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Die Präfektur Aichi warnt unter anderen in der Fußgängerzone der JR Toyohashi Station auf der zweiten Ebene mit einer Aufzeichnung davor, dass Skateboarding und andere Aktivitäten verboten sind. Zusätzlich wurden Schilder aufgestellt, die auf das Verbot hinweisen.

Bei der Kinatai Holzbrücke wurden die Übeltäter bereits an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet und die Stadt hat zusätzliche Überwachungskameras angebracht. An der Yokohama Station wurden letzten August wegen der viele Treffen von Skateboardern Verbotsschilder fürs Skateboarding aufgestellt, nachdem es zu Unfällen mit Passanten gekommen war.

Nach dem aktuellen japanischen Verkehrsgesetz ist es verboten Rollschuhen oder Ähnliches auf Straßen mit häufigem Verkehr zu nutzen. Das Problem liegt jedoch beim Wort „häufig“ da es verschiedenartig ausgelegt werden kann und deswegen Anklagen wegen Verkehrsverstößen schwierig machen.

Aufnahme als olympische Disziplin macht Skateboarding beliebter

Skateboards sind selbst verwirrt, was für sie nun genau erlaubt ist und was nicht. Viele wünschen sich, dass es deutlich gemacht wird, wo sie fahren dürfen und wo es Verbote gibt. Am Ende wollen sie nämlich auch wie alle anderen nur Spaß haben.

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Die All Japan Skateboard Association reagierte bereits auf die Problematik. Generalsekretär Jun Yokoyama stimmte zu, dass die Zunahme der Fälle besonders an den Neulingen liegt. Er betont deswegen, dass sich Anfänger vorab gut informieren sollen, auch wenn es nur wenig Möglichkeiten für „Lehrgänge“ gibt.

Das Interesse an Skateboarding hat in Japan zuletzt zugenommen, da es erstmals eine olympische Disziplin bei den Sommerspielen in Tokyo ist. Dazu hat es sich zu einer beliebten Outdoor-Aktivität entwickelt, die auch während der Beschränkungen in der Pandemie möglich ist. International haben die Japaner in dem Sport jedenfalls schon für Aufsehen gesorgt.

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