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Wählerumfrage: Kritik an japanischer Regierung bezüglich Flutkatastrophe

Die Flutkatastrophe Westjapans und ihre Opfer beschäftigen seit Wochen das ganze Land. Mehr als 200 Menschen verloren ihr Leben, viele werden noch vermisst und Tausende verloren ihr Zuhause. Zudem leidet das Land seit Kurzem unter einer starken Hitzewelle.

Nun äußern die Wähler ihre Kritik. In einer landesweiten Asahi Shimbun-Umfrage gaben 45 Prozent der Befragten an, äußerst unzufrieden mit dem Verhalten zu sein, das die japanische Regierung während der Flutkatastrophe zeigte. 32 Prozent dagegen sprachen sich positiv darüber aus. Befragt wurden etwa 1900 Wähler per Festnetz- und Mobiltelefonumfragen.

Anlass zu dieser Kritik gab die Veröffentlichung einer Party am 5. Juli auf Twitter, an der neben dem Premierminister Shinzo Abe weitere regierende Mitglieder seiner liberaldemokratischen Partei (LDP) teilnahmen. Die Feier wurde an dem Tag abgehalten, an dem der Evakuierungsbefehl für mehr als 110.000 Menschen in West-Japan erteilt wurde. Die Opposition kritisierte die Regierung außerdem dafür, während der Schadensbeseitigung Diätensitzungen im Bundesrat durchgeführt zu haben. Der Premierminister hatte versprochen, seine Regierung würde alles unternehmen, um in dieser Katastrophensituation den Betroffenen zu helfen.

Weitere Kritikpunkte liefert die versuchte Verabschiedung einer Regelung in der Kasinogesetzgebung. Diese fällt unter die Tourismuspolitik und zählt zum Ministerium für Infrastruktur, das sich unter anderem mit dem Wiederaufbau von Straßen oder der Instandsetzung von Flussufern beschäftigt. Ganze 76 Prozent der Befragten sahen momentan keinen Sinn in diesen Gesprächen. Gegner gab es sogar in Shinzo Abes Kabinett. Ganze 64 Prozent der Kabinettsmitglieder sprachen ein klares Nein zur Debattierung dieser Regelung aus. Der Zeitpunkt sei nicht günstig.

Die Umfrage veröffentlichte weiterhin den Unmut der Bevölkerung über die Genehmigung der Veterinärmedizinischen Fakultät für die Kake Educational Institution. Leiter dieser Institution ist Kotaro Kake, enger Freund des Premierministers. Beiden wird Günstlingswirtschaft unterstellt. 83 Prozent der Befragten sehen diese Angelegenheit als bisher ungeklärt an.

Quelle: Asahi Shinbun

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