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Mehr Atomkraft

Was der Krieg in der Ukraine für Japans Klimaziele bedeutet

Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie abhängig die Welt von russischem Gas und Kohle ist. Diese Abhängigkeit und die durch den Krieg aufgekommene Energieknappheit in einigen Bereichen hat einiges durcheinander gebracht. Auch die Klimaziele, soweit welche vorhanden waren.

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Dementsprechend hat sich auch in Japan etwas an den Zielen verändert. Es wird natürlich immer noch daran festgehalten, das Land bis 2050 CO2-neutral zu machen, aber der Weg dahin hat sich geändert.

Krieg in der Ukraine hat die Atomkraft für Japan wieder attraktiver gemacht

Der Krieg in der Ukraine führte in Japan dazu, dass nicht etwa die erneuerbaren Energien ausgebaut werden, sondern man nun wieder auf Atomkraft setzt.

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Insbesondere die Sanktionen gegen Kohle aus Russland haben die Anti-Atomkraft-Stimmung, die auf die Katastrophe in Fukushima zurückgeht, schwinden lassen.

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Dazu kamen noch Stromengpässe im Sommer und die Ankündigung, dass man diese Engpässe auch im Winter erwartet.

Eine aktuelle Umfrage zum Neustart der Reaktoren des Kraftwerks Mamaoka hat gezeigt, dass die Atomkraft-Befürworter mittlerweile nicht mehr in der Unterzahl sind.

Dies führte dazu, dass die japanische Regierung ankündigte, die behördlichen Sicherheitsprüfungen beschleunigen zu wollen, damit mehr Reaktoren in den Betrieb genommen werden können.

Zwar soll der Anteil der Atomenergie auf weniger als ein Viertel der Gesamtenergie begrenzt werden, aber Experten halten das Ziel für viel zu optimistisch. Außerdem zeigen die letzten Aussagen der Regierung, dass die Atomenergie eine viel größere Rolle im Land spielen wird.

Abhängigkeit von Gas und Kohle für die Stromerzeugung soll verringert werden

Das bedeutet auch, dass man sich weiter von der Stromerzeugung mit Kohle und Gas lösen wird, um die Abhängigkeit zu verringern. Der Anteil der für die Stromerzeugung verwendeten Kohle aus Russland beträgt allerdings nur 13 Prozent und in der Stahlproduktion sind es 8 Prozent.

Allerdings stellte sich Japan in der Vergangenheit immer wieder gegen ein schnelles Ende von Kohlekraftwerken und es wurde auch ein neues Kohlekraftwerk kurz nach dem Beginn des Kriegs in der Ukraine in den Betrieb genommen.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien stockt in Japan allerdings. Zwar hat Tokyo beschlossen, dass Neubauten nun Solaranlagen haben müssen und es gibt einige andere Initiativen, aber diese sind recht klein. Bis auf zwei große Windparks, die im November ans Netz gehen sollen. Die beiden Parks sollen etwa 140 Megawatt Strom erzeugen und vor den Häfen Noshiro und der Stadt Akita errichtet werden.

Die japanische Regierung hat sich zwar zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 Offshore-Windparks mit einer Leistung von 45 Gigawatt aufzubauen, aber benötigte Investoren sind schwer zu finden, da die Kosten sehr hoch sind.

Japan muss 80 Prozent der benötigten Komponenten aus dem Ausland importieren, was sehr kostspielig ist.

Insgesamt kann man sagen, der Krieg in der Ukraine führte dazu, dass man lieber auf Atomenergie setzt, um schnell eine stabile Stromversorgung ohne Engpässen aufzubauen. Offene Fragen, wie „Wohin mit den abgebrannten Brennstäben?“, muss man allerdings noch klären.

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