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Wasser in der Nähe von US-Stützpunkten in Okinawa mit Toxinen versetzt

Viele Wasserquellen weisen seit Jahren bedenkliche Werte auf

Die US-Stützpunkte in Japan werden schon seit Ewigkeiten sehr kritisch von Anwohnern beobachtet. Zahlreiche Vorfälle in der Vergangenheit bekräftigten das Misstrauen nur noch weiter. Nun teilte die Präfekturregierung von Okinawa mit, dass Wasserquellen in der Nähe von Stützpunkten mit gefährlichen Toxinen versetzt sind, was erneut die Sorgen der Menschen befeuert.

Gleich zwei äußerst gefährliche Stoffe fand die Regierung bei Untersuchungen des Wassers in der Nähe der Stützpunkte. Neben Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) fanden sie gleichermaßen Perfluoroctansäure (PFOA) in hohen Konzentrationen. Beide Stoffe gelten als krebserregend und giftig. Die Regierung von Okinawa ist sich dabei ziemlich sicher, dass die Stützpunkte die Ursache für das schmutzige Wasser sind.

Inspektion auf den Stützpunkten findet nicht statt

Allerdings weigert sich das US-Militär seit Juni eine Inspektion vor Ort zuzulassen, weswegen es nicht bestätigt ist, ob sie wirklich die Verursacher sind. Der Verdacht liegt jedoch nah aufgrund des Verwendungszwecks von PFOS UND PFOA. Sie sind in Schaumlöschmitteln für Flugzeug zu finden und als abweisende Stoffe für Wasser und Öl. Das japanische Verteidigungsministerium will deswegen weiter versuchen, Anordnungen und eine gemeinsame Zusammenarbeit bei dem Problem voranzutreiben.

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Schon 2015 stellten sie im Dakujaku Fluss, der durch den Kadena-Luftwaffenstützpunkt läuft, eine Belastung von 1.379 Nanogramm pro Liter fest. 120 Nanogramm der Stoffe fanden sich dazu in der Chatan-Wasseraufbereitung, die das Wasser vom Fluss nutzt.

Die USA selbst erlauben seit 2016 nur eine Menge von 70 Teilen pro Billionen Liter Wasser im Trinkwasser. Japan besitzt einen derartig kritischen Wert nicht. Nach dem Ergebnis von 2015 begannen sie allerdings, um die 1,4 Millionen Euro in neue Aktivkohle im Wasserwerk zu investieren.

Das US-Militär teilte in der Vergangenheit keine Informationen zur Bewältigung von Umweltproblemen mit den lokalen Behörden. Aus diesem Grund musste sich die Präfektur durch ein Freigabeverfahren für die Daten kämpfen, um Details zu Vorfällen mit giftigen Substanzen zu erhalten.

Bauern benutzen verseuchtes Wasser

So sind die hohen Werte in den letzten Jahren in den Gewässern von Okinawa nicht verwunderlich. Ab 2016 stellte die Präfektur die Chemikalien in einer Wasserquelle in der Nähe der US-Marine Corps Air Station Futenma in Ginowan fest. Eine weitere Untersuchung im Sommer 2018 ergab, dass sechs der 16 Wasserquellen um die Basis verseucht sind. Alle lagen dabei über dem empfohlenen Wert der amerikanischen Umweltschutzbehörde.

Den höchsten Wert erreichte dabei die Chunnaga-Quelle mit 2.000 Nanogramm pro Liter, was 28 Mal mehr ist als erlaubt. Die Quelle mit dem Namen Mendakarihiga in Oyama in Ginowan, die teilweise Bauern für Tarofelder nutzen, kam 2018 auf 650 Nanogramm pro Liter und diesen Januar sogar auf 700 Nanogramm. Daher warnt die Regierung Anwohner vor der beliebten Quelle, von der sie auf keinen Fall trinken sollen.

Landwirtschaftliche Produkte, die mit dem verseuchten Wasser gegossen wurden, stellten sich als ungefährlich raus. Bauern haben trotzdem mittlerweile Angst vor schädlichen Gerüchten oder gefährlichem Wasser. Ein 83-jähriger Tarobauer erklärte jedoch, dass es immer noch Natur und Tier an der Quelle gibt, was für ihn ein gutes Zeichen ist, trotz seiner Ängste. Er hofft, dass die Natur für immer so bleibt.

US-Militär äußerte sich zu dem Verdacht nicht

Anfragen der Präfekturregierung wurden laut der Leiterin des Informed-Public Project in Okinawa nicht ernst genommen. Das Projekt soll eigentlich die Verhandlung zwischen Okinawa, die 70 Prozent aller Stützpunkte beherbergt, mit dem US-Militär analysieren. Masami Kawamura erklärt, dass trotz des massiven Problems, das sich auf das Leben der Menschen auswirkt, sie nicht die nötigen Informationen erhalten.

Auf die Anfrage durch die Mainichi Shimbun antwortete die U.S. Forces Japan (USFJ) lediglich damit, dass Japan keine Reglungen zu den Stoffen besitzt. Sie wollen jedoch mit der japanischen Regierung zusammenarbeiten, um das Problem systematisch zu lösen. Obwohl sie sich nicht zu dem verseuchten Wasser äußerten, merkte die PR-Abteilung an, dass sie auf neuen Löschschaum umsteigen wollen, der kein PFOS und nur wenig PFOA enthält. Ob die Umstellung wirklich eine Veränderung für die Quellen mit sich bringt, bezweifeln viele.

MS

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