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Webseite, die das Verhalten von Ehefrauen „übersetzt“, sorgt für Empörung

Eine Webseite bewarb in Japan eine App, die Ehemännern helfen soll, ihre Frauen besser zu verstehen. Die Aktion sorgte jetzt für heftigen Gegenwind, denn viele Online-Nutzer halten sie für zu sexistisch und frauenfeindlich.

Ezaki Glico, ein führender Süßwarenhersteller mit Sitz in Osaka, entwickelte die App „Kope“, um Eltern-Paare zu ermutigen, die Verantwortung bei der Kindererziehung besser aufzuteilen. Die Werbe-Webseite ist jetzt gezwungen, einige Inhalte wieder zu löschen. Grund dafür war die harsche Kritik, die sie für ihre Darstellung der Frauen erhielt.

Das Unternehmen stellte seine kostenlose App am 4. Februar online. Sie ermöglicht es ihren Nutzern, Nachrichten miteinander auszutauschen, Artikel über Schwangerschaft und Kindererziehung zu lesen und alle wichtigen Unterlagen für ihre Kinder online bei sich zu tragen.

Die Promo-Webseite entstand unter der redaktionellen Leitung von Ihoko Kurokawa, der bereits mehrere Bücher über die Beiziehung zwischen Mann und Frau geschrieben hat. Am bekanntesten sind die Werke Tsuma no Torisetsu (Anleitung zum Umgang mit einer Frau) und seine Tipps zum Umgang mit einer unvernünftigen Frau.

Die Webseite geht davon aus, dass Männer und Frauen manchmal uneinig sind. Kurokawa führt dies auf die unterschiedliche Struktur männlicher und weiblicher Gehirne zurück, die verschiedene Schaltkreise besitzen und auf andere Signale reagieren. Also, selbst wenn beide dieselben Eingaben erhalten, kommen sie zwangsläufig zu anderen Ergebnissen.

Die Webseite zeigt acht wahrscheinliche Muster, die dazu führen, dass Frauen wütend werden. Dies läuft unter dem Titel „Die Gefühle der Mutter für den Vater übersetzt“. Die Aussage, dass es sinnlos sei, zusammenzubleiben, übersetzt die Seite mit der einfachen Frage, was er von ihr hält.

Webseite für Mann und Frau
Bild: Ezaki Glico

Auch Ratschläge, wie man mit einer nörgelnden Frau richtig umgeht, gibt die Seite weiter. Auf die Frage, was dem Mann wichtiger ist, Arbeit oder Familie, soll er sich einfach für die Einsamkeit der Frau entschuldigen und anschließend von Problemen auf der Arbeit berichten.

Die Kritik ging richtig los, nachdem das Unternehmen seine Webseite am 21. Februar per Twitter bekannter machen wollte. Die Kritiker störten sich vor allem an der „stereotypischen Denkweise“ der Seite und dass sie offen ihre Verachtung für Frauen zeige. Die Webseite suggeriere, die Aussagen von Frauen seien nicht ernstzunehmen, da sie damit die Gesten der Sympathie und Dankbarkeit einforderten.

Ezaki Glico verteidigte seine App und erklärte, viele weibliche Mitarbeiter hätten an der Planung der Seite mitgewirkt. Die Firma wollte eine Lösung finden, die Kluft zwischen Männern und Frauen zu schließen, indem sie die jeweils andere Sichtweise erörtert. Gleichzeitig soll die App dazu dienen, die Situation der Frauen zu verbessern, die heute immer noch den größten Teil der Hausarbeit und Kindererziehung stemmen müssen.

Am 23. Februar nahm das Unternehmen die Seite erst einmal wieder offline und begann damit, einige Bezeichnungen zu ändern. Man nehme die Meinung der Kunden ernst und bemühe sich um eine Verbesserung des Service.

Quelle: The Asahi Shimbun

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