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Webseite visualisiert sexuelle Übergriffe in Japan

Webseite kartiert sexuelle Belästigung in Japan

Eine neue japanische Webseite hat es sich zur Aufgabe gemacht, sexuelle Übergriffe zu kartieren und Opfern zu beraten.

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Die Webseite mit dem Namen „Chikan Radar“ wurde am 1. August von der Firma QCCCA Inc. online gestellt. Das Unternehmen entschied sich für diese Idee, um vor sexueller Belästigung zu warnen und eine Anlaufstelle für Opfer zu bieten.

Daten sollen bei Präventionsmaßnahmen helfen

Als Firmenchefin Nari Woo einen Tweet mit der Ankündigung der Webseite absetzte, erhielt sie über 10.000 Reweets auf Twitter.

„Ich möchte, dass diese Daten bei Präventionsmaßnahmen hilfreich sind, um die Belästigung zu beseitigen“, so Woo.

Auf dem Chikan Radar können Opfer einen Knopf drücken, um sexuelle Belästigung aufzuzeichnen, die dann über die Standortverfolgung dem nächsten Bahnhof zugewiesen wird, der dem Aufenthaltsort des Opfers während des Angriffs am nächsten liegt. Die Daten werden dann auf einer Kate angezeigt.

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Die Informationen sind anonym und nicht mit der Polizei verbunden. Wenn sich Benutzer über die kostenlose Messenger-App LINE auf der Seite anmelden, sehen sie auch die Daten vom Vortag.

Viele Betroffene melden sexuelle Belästigung nicht

Die Idee für die Entwicklung der Webseite entstand aus einer Online-Diskussion im Mai über die Rechte der Betroffenen und wie man Frauen vor Übergriffen schützen könnte.

Während der Diskussionen über das Thema ging es darum, wie die Opfer ihren Protest äußern können und wie man sie dazu bewegt, den Vorfall zu melden. Gerade aus Angst und Verlegenheit sprechen viele Opfer nicht über das, was ihnen passiert ist.

Es gibt in Japan auch viele Frauen, die es aufgeben, Vorfälle während der Hauptverkehrszeit zu melden, weil sie befürchten zu spät zur Schule oder einem anderen wichtigen Termin zu kommen.

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All diese Faktoren führten dazu, dass das Unternehmen beschloss, eine Webseite zu erstellen, die Daten der Opfer verwendet, um auf sexuelle Belästigung aufmerksam zu machen.

Kooperation mit der Polizei und Verkehrsbetrieben angestrebt

Das Unternehmen überlegt zur Zeit Eisenbahnunternehmen und die Polizei zu einer Zusammenarbeit zu bringen, sobald eine bestimmte Datenmenge gesammelt wurde. Mit diesen Daten können die Unternehmen dann sehen, an welchen Standorten Überwachungskameras fehlen und Patrouillen auf den Weg schicken.

Bisher wurden Informationen zu rund 500 Fällen gesammelt. Zum bisherigen Ergebnis sagte Remon Katayama von QCCCA: „Ich denke, der Grund, warum die Website mehr Auswirkungen hatte und mehr Daten sammelte als wir erwartet hatten, ist, dass es viele Menschen gibt, die schweigend leiden.“

Quelle: MA

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