Anzeige
HomeNachrichten aus JapanWeiterer Beamter muss wegen des Ethik-Skandals seinen Posten verlassen

Yasuhiko Taniwaki wird zwangsversetzt

Weiterer Beamter muss wegen des Ethik-Skandals seinen Posten verlassen

Letzte Woche wurde bekannt, dass der Ethik-Skandal rund um das japanische Kommunikationsministerium weitreichender ist, als vermutet. Das führte nun dazu, dass ein weiterer Beamter seinen Posten verlassen muss.

Anzeige

Am Montag gab der Minister für innere Angelegenheiten und Kommunikation, Ryota Takeda, bekannt, dass der Vize Minister für politische Koordinierung im Ministerium, Yasuhiko Taniwaki, von seinem Posten entfernt wurde.

Skandal setzt Minister sehr zu

Laut Takeda wurde Taniwaki in das Sekretariat des Ministers versetzt. Der Minister zeigte sich dabei sehr verärgert gegenüber Reportern. Sie hätten in den ersten Untersuchungen den Beamten mehrmals gefragt, ob es noch andere Verstöße gegen die ethischen Vorschriften gibt.

LESEN SIE AUCH:  Shinzo Abe machte über 118 Falschaussagen zum Sakura-Skandal

Taniwaki habe das verneint. Trotzdem wurden nun neue Anschuldigungen bekannt, die auch durch das Ministerium bestätigt wurden. Takeda sagte dazu, dass die neuen Verstöße sehr bedauerlich seien, gerade weil er ein hochrangiger Beamter sei.

Anzeige

Dass er das Vertrauen in seinen Pflichten so stark untergraben habe, tue Takeda leid und er entschuldigte sich erneut zutiefst für seinen Mitarbeiter. Mit Taniwaki muss bereits die zweite Person wegen des Skandals gehen. Die Erste war die Kabinettssekretärin für Öffentlichkeitsarbeit, Makiko Yamada, die vor wenigen Tagen zurücktrat. Sie hatte 2019 in ihrer alten Stelle beim Ministerium ein teures Abendessen angenommen und gegen den Kodex verstoßen.

Beamter log im Parlament

Taniwaki war schon unter den ersten elf Beamten, die mit teuren Abendessen von Tohokushinsha Film Corp. gegen den Ethikkodex verstoßen haben. Er erhielt dafür eine offizielle Rüge vom Ministerium. Nun kam jedoch durch einen Bericht in einem Magazin zusätzlich heraus, dass es auch teure Abendessen mit Nippon Telegraph and Telephone Corp. (NTT) gab, die ebenfalls zu den Interessengruppen des Ministeriums gehören. Es handelte sich demnach ebenfalls um einen Verstoß gegen den Ethikkodex.

Taniwaki selbst soll insgesamt drei Essen von dem Unternehmen angenommen haben, wofür er sich bereits im Parlament entschuldigte. Er verteidigt sich dabei damit, dass er ein Teil der Kosten übernommen hatte und deswegen nicht wusste, dass die Treffen ein Verstoß seien.

Aber auch das stellte sich später als nicht die ganze Wahrheit heraus. Tatsächlich hatte er nur für eins der Abendessen bezahlt. Die anderen beiden wurden komplett von NTT übernommen. Insgesamt sollen die drei Treffen allein um die 1.315 Euro gekostet haben.

Anzeige
Anzeige