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HomeNachrichten aus JapanWeiterer Fall von Kindesmisshandlung legt Fehler der Kinderberatungstellen offen

Die vierjährige Riara starb, obwohl ihr Fall den Behörden bekannt war

Weiterer Fall von Kindesmisshandlung legt Fehler der Kinderberatungstellen offen

Es hat sich herausgestellt, dass Japans Kinderberatungsdienste ein vierjähriges Mädchen trotz wiederholter Aufforderung nicht in die vorübergehende Pflege brachten, obwohl sie in mehreren Fällen nachts allein vor ihrem Haus gesehen wurde. Das Mädchen starb später aufgrund von Kindesmissbrauch.

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Die vierjährige Riara Otsuka starb in der Obhut von ihrer Mutter und deren Freund in der Stadt Izumi, Präfektur Kagoshima, im Südwesten Japans. Der Mann wurde wegen des Verdachts der Körperverletzung des Kindes verhaftet. Im März und April wurde sie nachts immer wieder außerhalb ihres Hauses gesehen. Die Sichtungen führten dazu, dass Beamte des Kinderberatungszentrums ihre Mutter warnten, dass sie Riara das nächste Mal, wenn es passiert, in eine temporäre Pflege bringen würden.

Kinderberatungsstellen nahmen das Kind nicht in Obhut

Doch obwohl die Vorfälle nicht endeten, wurde Riara nicht in die Obhut einer Schutzstelle genommen. Dieser Vorfall hat die Unterschiede in der Reaktion der Präfekturpolizei Kagoshima und der Kinderberatungsstellen aufgedeckt, ebenso wie die unzureichende Zusammenarbeit zwischen den mit dem Fall verbundenen Institutionen.

Am 4. September wurde der Vorfall bekannt und am gleichen Tag gab Shiro Sata, Leiter des zentralen präfekturalen Kinderberatungszentrums, eine Pressekonferenz. Als Reaktion auf die Kritik, dass das Zentrum nur langsam gehandelt und nicht ausreichend mit der Stadtverwaltung kommuniziert habe, weil der Verdacht bestand, dass Riara missbraucht wurde, bestätigte Sata zum ersten Mal, dass sein Kontakt zu den Behörden unzureichend sei.

Auf der Konferenz skizzierte Sata insgesamt vier Vorfälle, bei denen Riara nachts allein draußen in der nahe gelegenen Stadt Satsumasendai gesehen wurde, wo sie und ihre Mutter bis Juli lebten. Sie fanden am 21., 28. und 29. März sowie am 2. April statt. In jedem Fall erhielt die Polizei einen Bericht und ein Mitglied der Polizeiwache Satsumasendai nahm sie in Schutzhaft.

Auch weitere Vorfälle sorgten nicht für Eingreifen

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Nach dem ersten und dritten Vorfall, in dem Riara draußen herumlungerte, erhielt die Kinderberatungsstelle eine Benachrichtigung, um zu erwägen, sie vorübergehend in Gewahrsam zu nehmen. Am Tag nach dem dritten Fall, am 30. März, führten sie ein persönliches Gespräch mit Riaras Mutter, in dem ihr gesagt wurde, dass sie, wenn ihre Tochter wieder draußen gefunden würde, in vorübergehende Pflege gebracht würde.

Aber als Riara am 2. April, drei Tage später, wieder draußen gesehen wurde, passierte nichts. Am nächsten Tag gab es ein weiteres Treffen mit Riaras Mutter, doch diese wollte das Kind nicht herausgeben und die Mitarbeiter des Kinderberatungszentrums sprachen daraufhin nur eine weitere Warnung aus. Beim vierten Fall sei das Zentrum wieder von der Polizei informiert worden und sie überlegten, das Kind in Obhut zu nehmen. Doch das verlief nicht nach Plan. Sata erklärte: „Riara wollte nicht mit dem Polizisten sprechen, der sie in Gewahrsam nahm, also konnten sie ihre Identität nicht bestätigen. Während dieser Zeit kam ihre Mutter, um sie abzuholen, und am Ende wurde sie zu ihr zurückgebracht.“

Präfekturpolizei widerspricht der Darstellung der Kinderberatungsstellen

Die Jugendabteilung der Präfekturpolizei gab eine widersprüchliche Darstellung der Ereignisse heraus und erklärte: „Da man dachte, dass das Kind Riara sei, fragten wir, ob das Kinderberatungszentrum sie in die vorübergehende Pflege aufnehmen würde. Aber das Zentrum antwortete: „Wenn es eine Möglichkeit gibt, dass das Kind Riara ist, dann bringt sie bitte zu ihrer Mutter zurück.““

Die Kinderberatungsstelle räumte auch ein, dass ihr Plan, das Kind in eine temporäre Betreuung zu stecken, aufgrund ihrer vagen Haltung zu diesem Thema nicht zur Polizei gelangte.

Kommunikationsprobleme zwischen den Behörden

Auch im weiteren Verlauf gab es immer wieder Probleme, so stellte das Krankenhaus, in das Riara gebracht wurde, Verletzungen aus Missbrauchsfällen an ihrem Körper fest. Allerdings wurde diese Information nicht an die Kinderberatungsstellen weitergeben. Auch nach einem Video, das zeigt, wie der Vater Riara misshandelt, untersuchte keine der Kinderberatungsstellen den Vorfall. Sie versuchten noch nicht einmal, zu ergründen, ob Riaras Mutter einen neuen Freund habe, obwohl sie schwanger war.

Auf der Pressekonferenz bestätigte Sata, dass sie unangemessen gehandelt hätten, indem sie den Stadtverwaltungen eine Antwort auf das Thema anvertraut hätten: „Die Kinderberatungsstellen hätten versuchen sollen, dies zu bestätigen (ob ein Vater anwesend war), angesichts des Informationsstandes, den wir über ihren Wohnortwechsel und ihre Schwangerschaft hatten“.

Quelle: MA

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