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Grund ist wohl Corona

Weniger illegale nordkoreanische Boote in japanischen Gewässern

Im Jahr 2019 hatte es eine hohe Zahl an Schiffen gegeben, die an der japanischen Küste an Land getrieben wurden und wohl aus Nordkorea stammten. Diese Zahl ist nun in der Zeit von Oktober 2020 bis März 2021 stark gesunken. Das teilte die japanische Küstenwache am Donnerstag mit.

So waren es in diesem Zeitraum nur 13 Schiffe, im Gegensatz zu 141 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das entspricht einem Rückgang von 90 Prozent.

Coronavirus hält illegale Fischer ab

Grund dafür könnte – wie so oft – das Coronavirus sein, so ein Experte für die Situation auf der koreanischen Halbinsel. „Es scheint, dass Nordkorea, das gründliche Grenzkontrollen gegen das neuartige Coronavirus aufrechterhalten will, von illegalen Fischereiaktivitäten im Japanischen Meer absieht“, sagte Yusuke Fukuyama, Professor an der Hokuriku-Universität.

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Boote, von denen man annimmt, dass sie aus Nordkorea stammen, sind dafür bekannt, dass sie von Sommer bis Winter illegal im Yamatotai-Gebiet operieren, das fruchtbare Fischgründe für Tintenfische und andere Meeresbewohner bietet. Allerdings liegt es innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans und die Fischer aus Nordkorea handeln illegal. Sie verkaufen Fische und Schalentiere an ausländische Schiffe auf See.

Boote kentern oft

Die meisten der verdächtigten nordkoreanischen Boote sind klein und aus Holz gefertigt. Wenn sie bei Taifunen oder rauer See Schiffbruch erleiden, treiben sie aufgrund der saisonalen Nordwestwinde zwischen Herbst und Winter oft an die japanischen Küsten. Traurigerweise gab es auch eine Reihe von Fällen, in denen die Leichen der Besatzung in den Booten entdeckt wurden.

Die japanische Küstenwache zählte Boote, von denen man annahm, dass sie aus Nordkorea stammten und die an der japanischen Küste angeschwemmt wurden. Zudem zählte man separat Segmente desselben Rumpfes, die an verschiedenen Orten an Land getrieben wurden. Laut ihrer Zählung wurden zwischen Oktober 2018 und März 2019 219 mutmaßlich nordkoreanische Boote gefunden, bevor die Zahl im folgenden Jahr auf 141 sank.

Wenn ein Schiff der japanischen Küstenwache ein ausländisches Schiff entdeckt, das illegal in der AWZ des Landes operiert, spricht es eine Warnung aus und fordert das Schiff auf, das Gebiet zu verlassen. Kommt das ausländische Schiff dem nicht nach, ergreift die Küstenwache Maßnahmen wie das Ablassen von Wasser. Im Jahr 2019 gab die japanische Küstenwache solche Warnungen an mehr als 1.300 Schiffe aus, von denen angenommen wurde, dass sie aus Nordkorea in und um das Yamatotai-Gebiet stammen, aber im Jahr 2020 gab es keinen einzigen solchen Fall.

Immer mehr illegale Fischerei durch China

Inzwischen verstärkt die Küstenwache die Überwachung der illegalen Fischerei durch chinesische Boote. Während sie im Jahr 2019 12 verdächtige chinesische Boote warnte, die japanische AWZ zu verlassen, wurden im Jahr 2020 107 solcher Boote gewarnt. „Ich glaube, dass China aktiv in Yamatotai fischt, weil es scheint, dass das Land Fischereirechte von Nordkorea gekauft hat“, sagte Fukuyama.

Ein Beamter der japanischen Küstenwache sagte: „Wir werden streng mit der Situation umgehen, indem wir uns mit den Patrouillenbooten der Fischereibehörde koordinieren.“

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