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Immer mehr Investoren sind an Wohnheimen interessiert

Wie ausländische Studenten den Wohnungsmarkt von Japan verändern

Japan ist weiterhin ein beliebtes Ziel für Ausländer, die dabei nicht nur Urlaub im Land machen wollen. Auch die Zahl der ausländischen Studenten nimmt zu, was von der Regierung durchaus gewollt ist. Da das Leben in Japan für Ausländer Hürden mit sich bringt, versuchen sich Studenten und Unternehmen gleichermaßen anzupassen. Dies bringt besonders Veränderungen bei der Wohnungssuche.

Japans Regierung hat sich in den letzten zehn Jahren aktiv dafür eingesetzt, den Austausch an japanischen Hochschulen mit Einrichtungen weltweit zu fördern. 2011 waren es so 163.697 ausländische Stunden im Land. Im Mai 2019 lag die Zahl bereits bei 312.214 Studenten. Auch Investoren erkennen dabei, dass es ein immer wichtiger wachsender Sektor ist.

Vor allem beim Wohnungsbau sorgt das vor eine überraschende Entwicklung. Immer mehr große moderne Wohnkomplexe entstehen in den Großstädten, die sich besonders auf ausländische Studenten spezialisieren. Einer von den Anbietern ist GSA Star Asia KK, die unter anderem in Tokyo ein neunstöckiges Wohnhaus mit 364 Betten betreiben und auf insgesamt 47 Studentenunterkünfte kommen.

Studentenwohnheime als solide Investition

Betriebsleiter Taku Iwasaki erklärt, dass sie sich für den japanischen Markt entschieden haben, da die Nachfrage nach Unterkünften nach globalen Standards steige und Japan einfach nicht genug aufweisen kann. Für die Zukunft planen sie 5.000 bis 7.000 Betten in Japan bereitzustellen. Die hohe Qualität der Wohnungen mit genug Platz und modernen Ausstattungen wird dazu immer weniger zu einer Ausnahme, da mehr Anbieter sich dem anpassen.

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Tokyu Land Corp., eine Konzernfirma des Eisenbahnbetreibers Tokyu Corp., und Itochu Property Development Ltd., eine Immobilien- und Entwicklereinheit des Handelshausgiganten Itochu Corp., haben an dem Bereich gleichermaßen Interesse entwickelt.

Mittlerweile stellen die Studentenwohnheime eine solide Investition dar, die Zahl der ausländischen Studierenden wächst nämlich stetig. 5,3 Millionen internationaler Studierende wurden im Jahr 2017 von dem UNESCO-Institut für Statistik verzeichnet.

Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche

Für ausländische Stunden ist das Interesse an dem Markt ein Segen. In der Vergangenheit stellte vor allem in den Großstädten die Wohnungssuche eine große Herausforderung dar. Die japanische Immobilienbranche selbst ist weiterhin weniger ausländerfreundlich und zeigt sich weiterhin gegenüber Nichtjapanern diskriminierend.

Dazu kommt häufig eine Sprachbarriere und weitere Probleme, wie Verständnisschwierigkeiten mit der Hausordnung. Agata Ito, Leiterin von Be Good Japan Inc., bestätigt diese Problematik. Es gebe in Japan nicht genügend Unterkünfte, für die sich Ausländer einfach bewerben können und das, obwohl die Regierung immer mehr ausländische Studenten ins Land holen will. Ito selbst bietet seit mehr als zehn Jahren Wohngemeinschaften für Studenten jeder Herkunft an. Seine Firma kommt dabei auf mittlerweile 39 Häuser mit 750 ausgestatteten Zimmern. Monatliche Kosten liegen bei etwa 574 Euro.

Auch wenn sich Ito auf ausländische Studenten spezialisiert hat, sind es gemischte Wohngemeinschaften, damit die Menschen die japanische Kultur kennenlernen und verstehen. GSA sind Vielfalt und gemeinsame Erfahrungen ebenfalls wichtig, wobei Mitarbeiter selbst den Kontakt zu den Bewohnern suchen und regelmäßig mit ihnen sprechen.

Covid-19 verursacht Rückschläge

Auch wenn der Markt zuletzt in Japan aufblüht, wurde er unweigerlich durch Covid-19 erschüttert. Einreisen sind seit April stark eingeschränkt, was dazu führt, dass viele Stundeten nicht nach Japan kommen konnten. Unterkünfte blieben demnach leer. Be Good Japan meldete 250 Stornierungen, ein Drittel aller Zimmer.

Für Ito und andere Betreiber war der Zeitpunkt wirklich schlecht, da zwischen März und April das neue Semester startet. Wohnungen sind deswegen eigentlich meistens ausgelastet. Dazu kommt noch das hohe Ansteckungsrisiko in den Wohngemeinschaften. GSA hat so versucht die freien Zimmer zu nutzen und jedem Bewohner ein eigenes zugewiesen. Zusätzlich verteilen sie noch Gesichtsmasken.

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Ito ließ ebenfalls Masken und Desinfektionsmittel verteilen. Dazu wurden E-Mails mit Informationen zu Maßnahmen in Japanisch, Chinesisch und Englisch verschickt, um die Bewohner ausreichend zu informieren. Trotz all der Probleme sind sich die Betreiber sicher, dass sich der Markt und die Studenten von der Pandemie erholen werden.

Die Nachfrage nach Unterkünften wird bleiben und Ito bestätigte, dass er für Oktober bereits 250 Buchungen habe. Des Weiteren wird Japan immer mehr um ausländische Arbeitskräfte werben, weswegen die Studenten weiterhin wichtig bleiben. Internationales Reisen wird vermutlich noch eine Weile angespannt bleiben, das wird sich jedoch ebenfalls nicht so stark auswirken. Der Fortschritt, den ausländische Studenten mit sich bringen, lässt sich demnach nicht so einfach aufhalten.

JT

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