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Pandemie sorgt für Verzögerungen

Wiederaufbau schreitet 10 Jahre nach Erdbeben im Osten Japans nur langsam voran

Am 11. März 2011 erschütterte ein heftiges Erdbeben den Osten Japans. Der Wiederaufbau schreitet in schwer getroffenen Städten nur langsam voran – Schuld daran sei das Coronavirus sowie der Taifun von 2019.

Einer Umfrage der japanischen Zeitung Mainichi zufolge werden von den 42 Gemeinden in den drei Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima 76 Prozent ihre Wiederaufbauprojekte bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020 nicht abschließen. Die genannten Gemeinden haben durch das Erdbeben und die folgende Nuklearkatastrophe schwere Schäden erlitten.

Einige Projekte noch nicht abgeschlossen

Die Stadt Futuba berichtete, dass dort „fast alle“ Wiederaufbauprojekte noch nicht abgeschlossen seien. Ähnliches ist auch aus Okuma zu hören, wo viele Gebiete aufgrund der hohen Strahlungswerte weiterhin als „schwierig-zurückzukehrende“ Zonen ausgewiesen sind. Zu der Liste der noch nicht abgeschlossen Projekte in den betroffenen Gemeinden gehört die Verbesserung von Ackerland, Parks und Fischereihäfen.

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Die Umfrage startete die Zeitung Mainichi im Januar 2021. Jede angeschriebene Gemeinde meldete sich daraufhin zurück. Die Frage nach der Anzahl der abgeschlossenen Wiederaufbauprojekte zum Geschäftsjahr 2020 beantworteten die Gemeinden unterschiedlich. 32 gaben entweder eine konkrete Zahl an oder antworteten, dass sich einige Projekte noch in Prüfung befinden würden. Der Auswertung zufolge sei in diesem Fall davon auszugehen, dass die Projekte noch nicht abgeschlossen sind.

Sieben Gemeinden (Hirono, Noda, Fudai und Otsuchi in der Präfektur Iwate sowie Rifu, Natori und Watari in der Präfektur Miyagi) haben angegeben, keine unvollständigen Projekte mehr zu haben. Die übrigen drei Gemeinden sagten es sei „schwierig, den Grad des Wiederaufbaus anzugeben“.

Pandemie verzögert Wiederaufbau

Fünf Städte gaben die Ausbreitung des Coronavirus als Grund für die Nichtfertigstellung der Projekte an, darunter Ofunato in der Präfektur Iwate. Aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus werde eine unvorhersehbare Anzahl von Tagen benötigt, um Materialien und Arbeiter zu organisieren, erklärte ein Sprecher der Präfektur.

Vier Städte und Dörfer nannten als Grund für die Verzögerungen außerdem die Auswirkungen des Taifuns in 2019. Auch diese Naturkatastrophe verursachte große Schäden im Osten Japans. Kurz vor dem 10. Jahrestags des Erdbebens wurde die Tohoku-Region in Japan außerdem von einem Erdbeben der Stärke 7,3 erschüttert.

Fortschritte beim Wiederaufbau: Das Stadtzentrum von Rikuzentakata, Präfektur Iwate, ist am 9. März 2021 mit Lichtern zu sehen, die auf das angehobene Land scheinen.
Fortschritte beim Wiederaufbau: Das Stadtzentrum von Rikuzentakata, Präfektur Iwate, ist am 9. März 2021 mit Lichtern zu sehen, die auf das angehobene Land scheinen. Foto: Mainichi

Straßen wieder freigegeben

Im Vergleich zur Infrastruktur, die sich folglich nur langsam erholt, sieht es bei den groß angelegten Wiederaufbauarbeiten im Osten Japans deutlich besser aus. Laut der Wiederaufbaubehörde wurden alle Stadtentwicklungsprojekte, wie die Umsiedlung von Wohngebieten in höher gelegene Gebiete, die Anhebung von Grundstücken und der Bau von öffentlichen Katastrophenwohnungen, bis Ende 2020 abgeschlossen.

Darüber hinaus berichtet das Ministerium für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus, dass 86 Prozent der 550 Kilometer langen Wiederaufbau-Straßen und Wiederaufbau-Hilfsstraßen für den Verkehr freigegeben wurden. Die verbleibenden 77 Kilometer werden bis Ende 2021 geöffnet sein, heißt es aus dem Ministerium.

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