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Regenerative Energien

Windenergie soll Kohle- und Atomenergie in Japan ersetzen

Laut Prognosen von Industriegruppen, die die Windenergie fördern, könnten Offshore-Windparks in Japan bis zu 90 Gigawatt im Jahr 2050 erzeugen. Dies entspricht 60 Prozent der Kohle- und Atomkraftwerke, die bis dahin stillgelegt worden sind.

Japan sucht nach sauberen Alternativen, um Energie zu gewinnen, denn die Abhängigkeit von Kohle- und Atomkraftwerken widerspricht den Zielen im Kampf gegen den Klimawandel und dem Umweltschutz.

Ein Drittel der Energie soll von Offshore-Windparks kommen

Die prognostizierten 90 Gigawatt im Jahr 2050 sind ambitioniert geschätzt, teilten die Industriegruppen mit. Dies würde einem Drittel der gesamten Energieversorgung Japans entsprechen. Großbritannien, weltweit führendes Land für diese Technologie, erzeugt 10,4 Gigawatt.

Offshore-Windparks, die in den kommenden Jahren vermehrt geplant sind, tragen dazu bei, dass immer mehr alte Kraftwerke abgeschaltet werden. Im Wirtschaftsboom zwischen 1960 und 1980 sind viele dieser Kraftwerke gebaut worden. Diese sollen in den nächsten Jahrzehnten mit durchschnittlich 5 Gigawatt pro Jahr in den Ruhestand gehen.

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Der Anteil an Kohleenergie soll bis zum Jahr 2030 auf 26 Prozent sinken, so das Ziel der japanischen Regierung. Im März 2019 war der Anteil noch bei 32 Prozent. Der Ersatz oder Ausbau von Atomkraftwerken ist als unwahrscheinlich einzustufen.

Japans Ziel im Rahmen seines jüngsten Energieplans 2018 ist es, die Offshore-Windenergieerzeugung bis 2030 auf 2,2 Terawattstunden oder 0,2 Prozent der gesamten Stromerzeugung zu erhöhen. Die Offshore-Windenergiekapazität in Japan betrug Ende 2019 nur 21 Megawatt, allesamt aus Versuchsanlagen.

Ausschreibung für fest finanzierte Projekte

Das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) hat damit begonnen, die aktuellen Energiepläne zu überprüfen. Die METI schätzt, dass die Parks mit einer Auslastung von 95 Prozent laufen können, was ein viel höheres Maß an Zuverlässigkeit bedeutet als erneuerbare Energien an Land.

Im November ist die erste Ausschreibung für fest finanzierte Projekte geplant. Die Gewinner werden etwa im Sommer 2021 bekannt gegeben, nachdem die Durchführbarkeit und Wirtschaftlichkeit der vorgeschlagenen Projekte bewertet wurden, so Juntaro Shimizu, der Direktor der Abteilung für erneuerbare Energien des METI.

Der Minister für Industrie, Hiroshi Kajiyama, organisierte in diesem Monat eine Arbeitsgruppe mit 34 Unternehmen und Organisationen, darunter die japanischen Einheiten von Equinor New Energy und Orsted A/S, um bei der Festlegung des langfristigen Offshore-Windkraftziels der Nation bis Ende des Jahres zu helfen.

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