Stats

Anzeige
Home News Wirtschaft 10 Jahre nach dem großen Erdbeben in Japan stagniert das Wirtschaftswachstum in...

Weitere Maßnahmen für die betroffenen Regionen gefordert

10 Jahre nach dem großen Erdbeben in Japan stagniert das Wirtschaftswachstum in den betroffenen Gebieten

Dieses Jahr jährt sich das große Erdbeben von 2011 in Japan zum 10. Mal. Mittlerweile stagniert die wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Gebiete.

Die Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi wurden durch Wiederaufbauprojekte wirtschaftlich gestützt, seit sie am 11. März 2011 von einem Erdbeben und einem Tsunami getroffen wurden, die unter anderem eine Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ausgelöst haben.

Wiederaufbau hat 10 Jahre nach dem großen Erdbeben seinen Höhepunkt überschritten

Alle drei Präfekturen sehen jedoch mittlerweile, dass der Wiederaufbau seinen Höhepunkt überschritten hat.

Die Kernschmelze wirft auf weiterhin ihren Schatten auf die Küstengebiete und die Präfekturen stehen vor der Herausforderung ein eigenständiges Wirtschaftswachstum zu erreichen, ohne staatliche Förderung.

Mehr zum Thema:  Unternehmen in Fukushima kämpfen ums Überleben

In der Stadt Namie, in der Präfektur Fukushima, wurde die kurz nach der Reaktorkatastrophe verhängte Evakuierungsanordnung im März 2017 teilweise aufgehoben.

Obwohl in Namie Industriekomplexe gebaut wurden und Restaurants ihre Türen für Kunden wieder geöffnet haben, gibt es auch viele leere Grundstücke in der Stadt, was zeigt, dass einige ehemalige Bewohner von Namie ihre Häuser abreißen ließen und es aufgegeben haben, wieder in ihre Heimat zurückzukehren.

Yasushi Niizuma, der ein Restaurant in der Stadt führt, sagte, dass sich der Umsatz im Vergleich zu vor der Katastrophe halbiert hat. Trotzdem schaut Niizuma optimistisch in die Zukunft: „Ich erwarte keine sofortigen Veränderungen, aber ich denke, dass die Situation in 10 bis 30 Jahren ganz anders sein wird.“

Erholung des Bruttosozialprodukts der betroffenen Gebiete

Die Daten zum Bruttosozialprodukt der Präfekturen zeigen, dass sich die Wirtschaft in den drei Präfekturen seit der Katastrophe leicht erholt hat.

Im Jahr 2011, dem Jahr der Katastrophe, sank das Bruttosozialprodukt der Präfekturen Fukushima, Miyagi und Iwate im Vergleich zum Vorjahr um 788 Mrd. Yen.

Aber die öffentlichen Investitionen stiegen ab 2012 stark an, da viele Wiederherstellungs- und Wiederaufbauprojekte in den von der Katastrophe betroffenen Gebieten durchgeführt wurden. Infolgedessen stieg das kombinierte Bruttoprodukt in den drei Präfekturen im Jahr 2018 um etwa 3,9 Billionen Yen im Vergleich zu 2011.

Negatives Wirtschaftswachstum 2020 erwartet

Für die drei Präfekturen wird allerdings ein negatives Wirtschaftswachstum im Jahr 2020 erwartet, was vor allem auf einen Rückgang der öffentlichen Investitionen und die Ausbreitung des Coronavirus zurückzuführen ist.

Zudem haben alle drei Präfekturen mit einer Abwanderung der Bevölkerung zu kämpfen. Rund um das Kraftwerk Fukushima ist dies natürlich auf den Evakuierungsbefehl zu rückzuführen, die immer noch für einige Orte gilt. Außerdem sind auch die Einwohner mit dem Wiederaufbau unzufrieden, was nicht zuletzt auf einige Skandale zurückzuführen ist.

Während die japanische Regierung derzeit versucht, neue Industrien und Menschen in die Region zu locken, sind die Auswirkungen einer solchen Initiative auf die lokale Wirtschaft noch unbekannt.

„Die Unternehmensleistung hat sich bei der Hälfte der betroffenen Unternehmen noch nicht auf das Niveau vor der Katastrophe erholt“, sagte Sachio Taguchi, Präsident der Bank of Iwate. „Wir sind immer noch auf halbem Weg zum Wiederaufbau.“

Hiromi Watanabe, Vorsitzender der Föderation der Industrie- und Handelskammern in der Präfektur Fukushima, forderte die japanische Regierung auf, den tatsächlichen Zustand der lokalen Wirtschaft zu betrachten und präzise Maßnahmen einzuleiten, anstatt ihre Unterstützungsmaßnahmen ganz einzustellen.

„Da sich die Wirtschaft in vielen Teilen Fukushimas noch nicht auf das Niveau vor der Katastrophe erholt hat und auch die Coronavirus-Pandemie die Präfektur hart trifft“, so Watanabe. „Was wir am meisten brauchen, sind Arbeitsmöglichkeiten.“

Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren