Anzeige
HomeNachrichten aus JapanWirtschaft70 Prozent der japanischen Unternehmen wollen in Myanmar bleiben

Trotz Militärputsch

70 Prozent der japanischen Unternehmen wollen in Myanmar bleiben

Laut eines Berichts der Japan External Trade Organization wollen rund 70 Prozent der japanischen Unternehmen ihre Geschäftstätigkeiten in Myanmar in den nächsten ein bis zwei Jahren beibehalten oder ausbauen.

Anzeige

Das Militär in Myanmar übernahm die Macht im Januar 2021 und verhängte am 1. Februar einen einjährigen Ausnahmezustand. Die Staatsrätin Aung San Suu Kyi, Präsident Win Myint und andere Mitglieder der regierenden National League for Democracy wurden festgenommen. Der Putsch folgte auf einen erdrutschartigen Sieg der NLD in den allgemeinen Wahlen im November, deren Ergebnis das Militär als gefälscht bezeichnet.

Nur 6,7 Prozent der japanischen Unternehmen planen Rückzug

Der Bericht zitiert eine JETRO-Umfrage, nach der 52,2 Prozent der Unternehmen ihre derzeitigen Geschäftsbeziehungen mit dem Land beibehalten, 13,5 Prozent sie ausweiten wollen. 27,5 Prozent haben ihre Geschäftsbeziehungen heruntergefahren und 6,7 Prozent beabsichtigen, sich aus Myanmar zurückzuziehen.

LESEN SIE AUCH:  Japan stoppt Hilfsprojekte in Myanmar

Laut der JETRO-Umfrage erwarteten 63,6 Prozent der befragten Unternehmen, dass ihre Betriebsgewinne 2021 im Vergleich zum Vorjahr sinken würden. Nur 27,8 Prozent von gleichbleibenden Gewinnen ausgingen.

Allerdings heißt es im Bericht auch, dass wenn sich das Geschäftsumfeld in dem Land weiter verschlechtert, immer mehr japanische Unternehmen keine Wahl haben, als ihre Geschäftstätigkeit zu reduzieren, oder sich ganz zurückzuziehen.

Anzeige

Aktuell sind insgesamt 433 japanische Unternehmen in Myanmar aktiv.

Humanitäre Katastrophe erwartet

Die Vereinten Nationen erklärten am 31. Dezember, dass die sicherheitspolitische Lage in dem Land auch im Jahr 2022 unbeständig bleiben und die niedrige Impfrate zu einer vierten Coronawelle führen wird.

Im Oktober prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF), dass Myanmars Wirtschaft 2021 um 17,9 Prozent schrumpfen wird, was einen Rückgang um 9,0 Prozent gegenüber der Schätzung vom April bedeutet.

Zudem wird davon ausgegangen, dass etwa ein Viertel der Bevölkerung des Landes im Jahr 2022 auf humanitäre Hilfe, also Nahrungsmittel und medizinische Versorgung angewiesen sein wird.

Anzeige
Anzeige