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Baustatistiken auch im Geschäftsjahr 2020 um 4 Billionen Yen aufgebläht

Auch Japans Baustatistiken von 2020 sind fehlerhaft

Bereits 2019 waren in Japan Unregelmäßigkeiten bei der Zusammenstellung der nationalen Baustatistiken bekannt geworden. Von Unternehmen gemeldete Bauvertragssummen wurden zum Teil doppelt ermittelt und erhöhten fälschlicherweise die Gesamtsumme.

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Die jährlich erfassten Baustatistiken sind Bestandteil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und fließen auch in die Planung und Erstellung des Nachtragshaushalts ein. Zwar wurden seitens des Infrastrukturministeriums zwischenzeitlich Unterlagen verteilt, die mit der Praxis von Doppelzählungen von Bauvertragssummen Schluss machen sollten.

Baustatistiken im Geschäftsjahr 2020 um 4 Billionen Yen aufgebläht

Und obwohl durch einige Kabinettsminister versucht wurde, dieses Problem herunterzuspielen, wird nach Berechnungen der Asahi Shimbun im Geschäftsjahr 2020 die nationale Baustatistik weiterhin um ca. 4 Billionen Yen (ca. 31 Milliarden Euro) oder ca. 5 % aufgebläht sein. Allerdings ist diese Zahl vermutlich wesentlich kleiner als die in den Vorjahren gemeldeten Summe.

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Seit 2013 wurden auf Anweisung des Infrastrukturministeriums bei verspätet gemeldeten Zahlen von Bauunternehmen ein Durchschnittswert angesetzt. Wurden dann die fehlenden Zahlen dann später durch das Unternehmen nachgereicht, erfolgte keine Korrektur der Statistik, so dass doppelte Zahlen gespeichert wurden. Diese Verfahrensweise wurde bis 2019 in großem Umfang durchgeführt.

Nachdem diese Praxis durch den japanischen Rechnungshof 2019 infrage gestellt wurde, wiesen Beamte des Infrastrukturministeriums die zuständigen lokalen Regierungsbeamten, diese Doppelzählung einzustellen.

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In Tokyo wurde jedoch diese Praxis fortgesetzt, wenn auch in geringerem Umfang.

Prüfung der Baustatistiken

Seitens des Ministeriums wurden zwei Zahlensätze für das Jahr 2020 veröffentlicht, einer mit Doppelzählung und einen auf den Rohdaten vor Durchführung der Doppelzählung basierenden Zahlensatz.

Mit diesen Zahlen wurde durch die Asahi Shimbun der überhöhte Betrag berechnet, dieser wurde dann durch Statistikexperten geprüft.

„Obwohl es einige Fehler in der tatsächlichen (überhöhten) Zahl geben kann, die Argumentation hinter der Berechnung ist nachvollziehbar.“, so die Analyse durch Herrn Takahiro Tsuchiya, Professor für statistische Analyse an der Yokohama City Universität.

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Professor Takahiro Tsuchiya war seinerzeit auch an der Festlegung von Richtlinien zur Entnahme von Proben bei der erstmaligen Erstellung der Bauvertragsstatistik beteiligt.

Hiroe Tsubaki, Generaldirektor des Instituts für statistische Mathematik und Vorsitzender des Statistikausschuss des Innenministeriums sagte: „Die Annahmen für die Berechnung sind vernünftig und es wurde ein ungefährer Richtwert erreicht.“

Keine weitergehenden politischen Folgen

Der für die wirtschaftliche Wiederbelebung zuständige Staatsminister Daishiro Yamagiwa sagte am 24. Januar auf der Sitzung des Haushaltsausschusses des Unterhauses, dass die überhöhten Zahlen für Bauverträge nur einen geringen Einfluss auf die Berechnung des BIP hätten. Schließlich würden auch viele andere statistische Zahlen verwendet, um den BIP zu ermitteln.

Infrastrukturminister Tetsuo Saito hatte im Dezember erklärt, dass alle Zahlen nach Januar 2020 ordnungsgemäß korrigiert worden sein. Auf derselben Ausschusssitzung gab er nun zu, dass seine abgegebene Erklärung „möglicherweise nicht ganz korrekt gewesen sei“.

Premierminister Fumio Kishida erklärte ebenfalls während der außerordentlichen Sitzung des Landtages im Dezember, dass die Baustatistiken nach Januar 2020 korrekt überarbeitet worden seien. Es sei daher nicht erforderlich, den Nachtragshaushalt, der teilweise auf der Grundlage dieser Statistiken erstellt wurde, noch einmal zu ändern.

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