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Regierung und Produzenten müssen handeln

Aufschwung der japanischen Lebensmittelexporte lässt langsam nach

Japans Lebensmittelexporte erreichten im vergangenen Jahr das erste Mal das Ziel der japanischen Regierung von 1 Billion Yen (ca. 7,6 Milliarden Euro). Durchaus ein Erfolg, aber der Boom der japanischen Lebensmittel lässt weltweit nach.

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Nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei stiegen die Exporte in den ersten 11 Monaten des Jahres 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26,8 Prozent auf 1.077,9 Billionen Yen (ca. 8 Milliarden Euro).

Regierung unterstützt Lebensmittelexporte

Die Exporte von Jakobsmuscheln stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 103,2 Prozent, die von Sake um 73,5 Prozent und die von Erdbeeren um 73,2 Prozent.

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Auch der Rindfleischexport boomt und stieg auf 87,7 Prozent, was besonders auf ein Handelsabkommen zwischen Japan und den USA zurückzuführen ist.

Der Inlandsverbrauch hingegen schrumpft, da die Bevölkerung Japans unweigerlich abnimmt.

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Japans Regierung unterstützt die Lebensmittelexporte, um die Lebensfähigkeit der Fischerei sowie der Land- und Forstwirtschaft zu sichern.

2006 setzte sich die Regierung das Ziel, die Exporte dieser Branchen bis 2013 auf 1 Billion zu steigern. Das Ziel wurde allerdings erst acht Jahre später erreicht, was dennoch als Erfolg zu verbuchen ist.

Bis 2025 sollen die Lebensmittelexporte auf 2 Billionen Yen steigen, bis 2030 auf 5 Billionen Yen.

Obwohl der Wert von 1 Billion Yen überschritten wurde, machen die Exporte aus der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei nur 2 Prozent des Wertes der gesamten Inlandsproduktion aus. Es besteht also noch viel Raum für Wachstum.

Schwung lässt nach

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Es gibt allerdings ein Problem, denn seit 2019 verliert das Exportwachstum von japanischem Lebensmittel an Schwung, da nach einem weltweiten Boom die Nachfrage langsam nachlässt.

Dazu kommt, dass sich japanische Produzenten eher auf die Produktion hochwertiger und somit hochpreisiger Produkte konzentrieren.

Es gibt daher zwei wichtige Ansatzpunkte: Zum einen müssen Verbraucher mit mittleren Einkommen ins Visier genommen werden, zum anderen muss das Angebot so angepasst werden, dass die Nachfrage befriedigt wird.

Die größte Herausforderung besteht zudem darin, eine Struktur zu schaffen, die es Landwirten ermöglicht, mit Exporten Gewinne zu erzielen.

Doch Subventionierung der Produktion für den Export führt dazu, dass die Kosten hoch bleiben. Dies gilt vor allem für Reis, dessen Produktion durch die „Gentan“-Politik der Regierung, die eine Reduzierung der für den Reisanbau vorgesehenen Flächen vorsieht, kontrolliert wird.

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