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Ausgaben der privaten Haushalte in Japan um 5,1 Prozent gesunken

Naturkatastrophen und Steuererhöhung lassen Ausgaben schrumpfen

Daten der Regierung zeigen, dass die Steuererhöhung in Japan dafür gesorgt hat, dass die Ausgaben der privaten Haushalte um 5,1 Prozent gesunken sind.

Haushalte in Japan haben im Oktober zum ersten Mal seit fast einem Jahr ihre Ausgaben gekürzt. Grund dafür sind  Naturkatastrophen und die Steuererhöhung Anfang Oktober.

Die Haushaltsausgaben gingen im Oktober gegenüber dem Vorjahr um 5,1 Prozent zurück. Die Regierungsdaten zeigten, dass sie zum ersten Mal seit elf Monaten gesunken sind und den größten Rückgang seit März 2016 verzeichneten – als die Ausgaben um 5,3 Prozent zurückgingen.

Deutliche Abschwächung der Haushaltsausgaben gegenüber September

Dies war eine deutliche Umkehrung gegenüber dem Anstieg von 9,5 Prozent im September, der den schnellsten Wachstum seit Erhebung der Zahlen aufwies, da die Verbraucher vor der Steuererhöhung noch Anschaffungen erledigten.

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Diese Kürzung sorgt bei der Regierung und einigen Ökonomen für Besorgnis gegenüber der fragilen Volkswirtschaft des Landes. „Die Erhöhung der Verkaufssteuer beeinträchtigt nicht nur die Verbraucherausgaben, auch die Auswirkungen des Taifuns haben den Rückgang der Ausgaben beschleunigt“, so Taro Saito, leitender Forscher am NLI Research Institute.

„Wir gehen davon aus, dass die Konjunktur insgesamt und die Verbraucherausgaben im laufenden Quartal schrumpfen und dann von Januar bis März moderat anziehen werden, aber eine solche Erholung wird nicht stark genug sein.“

Ein Mitarbeiter des japanischen Kabinetts sagte, dass es notwenig sei, die Zahlen im November und darüber hinaus genau zu überwachen, um die Auswirkungen der Steuererhöhung zu bewerten. Der am Freitag veröffentlichte Index der Geschäftsbedingungen für Oktober fiel im Vergleich zum Vormonat um 5,6 Punkte auf 94,8 Punkte gegenüber dem Stand von 2015 von 100 Punkten.

Als Japan zuletzt im April 2014 die Umsatzsteuer erhöhte, gingen die Haushaltsausgaben von 5 Prozent um 4,6 Prozent auf 8 Prozent zurück. Es dauerte mehr als ein Jahr, bis sich das Wachstum erholte.

Lohnerhöhungen verlieren wegen erhöhter Ausgaben ihre Wirkung

Die inflationsbereinigten Reallöhne zogen im Oktober für einen zweiten Monat in Folge an, aber die höhere Abgabe und die schwache Weltwirtschaft sorgen nach wie vor für schlechte Aussichten für die Verbraucherausgaben und die Gesamtwirtschaft.

Während die Regierung versucht hat, die Belastung der Verbraucher durch Gutscheine und Steuererleichterungen zu kompensieren, besteht die Befürchtung, dass die höheren Steuern eine Wirtschaft treffen könnten, die bereits unter globalen Druck leidet.

Japan hat am Donnerstag ein Finanzpaket vorgestellt, das Ausgaben des öffentlichen Sektors in Höhe von 26 Billionen Yen beinhaltet, um das stagnierende Wachstum zu unterstützen.

Eine zunehmende Welle an Auswertungen über geringe Ergebnisse, zum Beispiel im Bereich Export und Fabrikproduktion, hat die Besorgnis über das Risiko einer stärker als erwarteten Verlangsamung verstärkt. Das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal war mit annualisierten 0,2 Prozent das schwächste seit Jahresbeginn.

TJT

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