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Einsparungen und Entwicklung von Gemeinden sollen helfen

Bahnbetreiber in Tokyo suchen neue Einnahmequellen

Der Bahnbetreiber Tokyu Corp. kämpft schon länger mit seinem Kerngeschäft, durch die Pandemie gerät das Geschäft aber immer mehr aus den Fugen.

Tokyu bedient die südwestlichen Teile des Großraums Tokyo. Die Verbreitung von Homeoffice wirkt sich immer mehr negativ auf das traditionelle Geschäftsmodell aus.

Bahnbetreiber leidet unter der Pandemie

Das Modell besteht aus der Beförderung von Fahrgästen, die zur Arbeit oder zur Schule pendeln und dem Betrieb von kommerziellen Einrichtungen und Hotels in ihren Versorgungsgebieten, meist an ihren Endbahnhöfen.

Tokyu gab am 13. Mai bekannt, dass das Unternehmen im Geschäftsjahr, das im März 2021 endete, 935,9 Mrd. Yen (ca. 6,9 Milliarden Yen) verdiente, 19,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Das führte zu einem Nettoverlust von 56,2 Milliarden Yen (ca. 419 Millionen Euro).

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Die Zahl der Bahnpassagiere mit Pendlerpässen war 2020 um mehr als 30 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Um den Einbruch der Fahrgastzahlen zu kompensieren, plant der Bahnbetreiber nun in Tokyos Vororten weitere Büros, die an Arbeitnehmer vermietet werden, zu bauen und die Funktionen seiner Pendlerkarten zu erweitern.

Am 12. Mai startete das Unternehmen mit „TuyTuy“ ein Abonnementssystem zum Festpreis, dass Inhabern einer Pendlerkarte verschiedene Dienstleistungen bietet.

Dazu gehört die Möglichkeit kostenlos ein E-Bike zu mieten oder regelmäßige Brotlieferungen von Bäckereien aus ganz Japan zu bekommen.

Dabei handelt es sich allerdings nur um einen Versuch, der keine großen Auswirkungen auf die unmittelbaren Gewinne des Unternehmens haben wird. Tokyu plant daher seine Investitionen für das aktuelle Geschäftsjahr auf etwa 60 Prozent zu senken.

Einsparungen und Entwicklung von Gemeinden

Außerdem soll auch an anderen Ecken gespart werden, wie zum Beispiel die Ausweitung von Zügen, ohne Schaffner.

Das Unternehmen veröffentlichte im Herbst 2019 ein Dokument mit dem Titel „Long-Term Management Initiative„, das eine Prognose enthielt, die besagt, dass die Bevölkerungszahl in den Tokyu-Verkehrsgebieten im Jahr 2035 ihren Höhepunkt erreichen und dann abnehmen wird.

In dem Dokument führte Präsident Kazuo Takahashi eine Beschleunigung der Digitalisierung und andere Trends an und wies darauf hin, dass Geschäftsmodelle, die als robust gelten, wahrscheinlich innerhalb kurzer Zeit zusammenbrechen werden.

Der Bahnbetreiber arbeitet daher stärker als zuvor an der Entwicklung von städtischen Gemeinden, in denen die Menschen auch dann noch leben wollen, wenn sie nicht mehr arbeiten.

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