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HomeNachrichten aus JapanWirtschaftBank of Japan hält an ihrer Zinspolitik fest

BOJ bleibt beim gewohnten Kurs

Bank of Japan hält an ihrer Zinspolitik fest

Die Bank of Japan hält trotz des wachsenden Drucks auf die Märkte an ihrer lockeren Zinspolitik fest und zeigte sich unbeeindruckt von der Aussicht auf eine weitere Abwertung des Yen.

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Japans Zentralbank beschloss auf ihrer zweitägigen Sitzung, die kurzfristigen Zinssätze auf minus 0,1 Prozent festzusetzen und die Renditen zehnjähriger japanischer Staatsanleihen bei null Prozent zu halten. Unmittelbar nach der Entscheidung stürzte der Yen gegenüber dem US-Dollar deutlich unter 134 ab, erholte sich allerdings etwas.

Bank of Japan sitzt in einer Zwickmühle

Die Bank of Japan steckt in einer Zwickmühle, sie muss erklären, wieso sie die lockere Zinspolitik beibehält, während der Yen immer weiter an Wert verliert und die Importkosten in die Höhe treibt.

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Im Vorfeld der Sitzung der BJO wurde die Zentralbank zunehmend von Anlegern unter Druck gesetzt, die eine Änderung der Geldpolitik erwartete.

Die BOJ blieb allerdings bei ihrer Ansicht, dass sich die Wirtschaft tendenziell erholt hat, auch wenn teilweise eine gewisse Schwäche zu beobachten war, die hauptsächlich auf die Auswirkungen der Pandemie und einen Anstieg der Rohstoffpreise zurückzuführen ist.

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Zum fallenden Yen heißt es von der Bank of Japan: „Es ist notwendig, den Entwicklungen auf den Finanz- und Devisenmärkten und ihren Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit und die Preise in Japan gebührende Aufmerksamkeit zu schenken.“

Gegen andere Zentralbanken

Damit steht die BJO allerdings allein, denn andere große Zentralbanken bemühen sich, die steigende Inflation in den Griff zu bekommen.

Die US-Notenbank hat am Mittwoch eine Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte vorgenommen, die größte Erhöhung seit 1994. Auch die Zentralbanken Großbritanniens und der Schweiz folgten diesem Beispiel und erhöhten die Zinsen. Die Europäische Zentralbank plant eine Zinserhöhung im Juli.

Die BOJ erklärte, sie werde nicht zögern, bei Bedarf zusätzliche Lockerungsmaßnahmen zu ergreifen, und dass die Leitzinsen auf ihrem derzeitigen oder einem niedrigeren Niveau bleiben würden.

Die schnelle Abwertung des Yen führt allerdings dazu, dass der Vorsitzende der Bank of Japan, Haruhiko Kuroda auf die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft hinweisen musste.

Er sagte allerdings auch, dass die geldpolitische Lockerung notwendig ist, um das Inflationsziel von 2 Prozent stabil und nachhaltig zu erreichen.

Kuroda selbst steht allerdings in der Kritik, nachdem er öffentlich gesagt hat, dass die Menschen in Japan höheren Preisen offen gegenüberstehen.

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