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HomeNachrichten aus JapanWirtschaftBank of Japan warnt vor weitreichenden Preiserhöhungen

Preisdruck verschärft sich weiter

Bank of Japan warnt vor weitreichenden Preiserhöhungen

Die Bank of Japan (BOJ) weist in einem Bericht darauf hin, dass es zu Preiserhöhungen auf breiter Basis kommen wird, da immer mehr Branchen, die üblicherweise nur zögerlich steigende Kosten an die Kunden weitergeben, nun auch beginnen, den Inflationsdruck weiterzugeben.

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Die „Tankan“-Umfrage, eine Erhebung der BOJ über die Konjunktur, zeigt, dass die Preise in einer zunehmenden Zahl von Branchen rapide in die Höhe schießen, darunter auch im Elektronikhandel und in Drogerien, die normalerweise mit hohen Rabatten locken.

Preiserhöhungen bei einigen Unternehmen zum ersten Mal seit 30 Jahren

Nicht wenige japanische Unternehmen, die Preiserhöhungen vorgenommen haben, taten dies zum ersten Mal seit 30 Jahren, da die Rohstoffkosten in den vergangenen Monaten zu stark gestiegen sind und auch größere Konkurrenten ihre Preise bereits angepasst haben.

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Im Bericht heißt es dazu: „Befragungen von Unternehmen haben gezeigt, dass wenn ein Unternehmen mit einem großen Marktanteil in einer Branche die Preise erhöht, neigen andere dazu, diesem Beispiel zu folgen.“

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In Japan herrschen seit Jahrzehnten Deflation und eine schwache Inflation, da viele Unternehmen die Preise nicht erhöht haben, um die Verbraucher nicht zu verschrecken. Da jedoch die Rohstoff- und Energiepreise infolge der russischen Invasion in der Ukraine gestiegen sind, ändert sich dies nun langsam, da die Unternehmen gezwungen sind, die höheren Kosten an die Verbraucher weiterzugeben.

Kerninflation mittlerweile auf ein 40-Jahres-Hoch

Die jährliche Kerninflation der japanischen Verbraucher erreichte im Oktober mit 3,6 Prozent ein 40-Jahres-Hoch und lag damit weit über dem Inflationsziel der BOJ von 2 Prozent, was ein Zeichen dafür ist, wie sehr die steigenden Importkosten die Haushalte belasten.

Der Gouverneur der BOJ, Haruhiko Kuroda, hat erklärt, dass die japanische Zentralbank ihre ultralockere Politik beibehalten wird, bis die Inflation nicht nur durch diesen Kostendruck, sondern auch durch eine starke Nachfrage und ein höheres Lohnwachstum angetrieben wird.

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