Anzeige
HomeNachrichten aus JapanWirtschaftBuddhistische Mönche investieren in ESG-Anleihen in Japan

Sozialverträgliche Investitionen, um finanzielle Mittel zu sichern

Buddhistische Mönche investieren in ESG-Anleihen in Japan

ESG-Anleihen (Umwelt-, Sozial- und Governanc) sind in Japan aktuell sehr beliebt, so beliebt, dass sogar buddhistische Mönche investieren.

Anzeige

Einer der neuen Investoren ist Tokuunin, ein buddhistischer Zen-Tempel im Zentrum Tokyos. Der Tempel wollte in den kommenden Jahrzehnten mehr Geld für Gebäudereparaturen und -instandhaltung verdienen und kaufte deshalb Anleihen, die von der Universität Tokuunin verkauft wurden, so Yuzan Yamamoto, Hauptpriester des Tempels.

ESG-Anleihen auch für andere religiöse Organisationen immer interessanter

„In einer Zeit, in der wir mit langfristigen Ersparnissen kaum noch Renditen erzielen können, sind wir froh, dass wir einen Beitrag zur Gesellschaft leisten und gleichzeitig genug Rendite erzielen können, um die Inflation zu decken“, so der Priester.

LESEN SIE AUCH:  Kyoto will in den Markt für grüne Anleihen einsteigen

Damit steht der Tempel nicht alleine da, Nomura Securities Co. hat festgestellt, dass immer mehr buddhistische Tempel und Shinto-Schreine am Kauf von ESG-Anleihen interessiert sind, so Satoshi Tsukazaki, der religiöse Organisationen bei der Maklerfirma berät.

Dies ist ein weiteres Beispiel für den Boom nachhaltiger Investitionen in Japan, bei dem die Verkäufe von ESG-Anleihen im Jahr 2020 um 68 Prozent auf einen Rekordwert von 2,2 Billionen Yen gestiegen sind.

Anzeige

Auch religiöse Gruppen im Ausland engagieren sich zunehmend in Nachhaltigkeitsprojekten. Der Vatikan sagte letzten Monat, er schließe sich mit Führungskräften wie Brian Moynihan von der Bank of America Corp. und Marc Benioff von Salesforce.com Inc. zu einer Gruppe zusammen, die versucht, ein gerechteres und nachhaltigeres Wirtschaftssystem zu schaffen.

Die in Minneapolis ansässige Thrivent Financial for Lutherans hat einen Fonds, der in Unternehmen investiert, die auf ESG-Kriterien basieren.

Buddhistische und Shinto Tempel in Japan verzeichnen sinkende Einnahmen

Japanische religiöse Organisationen stehen ebenfalls unter dem Druck, mehr mit Investitionen zu verdienen, weil eine schrumpfende Bevölkerung im Land die Zahl ihrer Anhänger reduziert, die für ihre Ausgaben bezahlen können. Die Mitgliedschaft in religiösen Gruppen ist laut Daten der japanischen Regierung bis 2019 um etwa 12 Prozent gesunken.

Auch die Coronavirus-Pandemie fordert ihren Tribut. In normalen Jahren strömen die Menschen zu Beginn des Jahres zu den rund 160.000 Schreinen und Tempeln Japans, aber in diesem Jahr sind viele aufgrund des Coronavirus ferngeblieben, was die Zahl der Spenden drastisch reduziert hat.

Diese Entwicklungen haben die Tempel und Schreine dazu veranlasst, ein wenig zu überdenken, was sie mit dem von den Gläubigen gesammelten Geld machen, das sie in der Vergangenheit auf konservativen Anlagen wie Banksparen und Staatsanleihen gesetzt haben.

„Sie haben begonnen, verschiedene Risiken einzugehen, etwa bei Währungen und Zinssätzen, und haben begonnen, ESG-Anleihen zu kaufen“, so Tsukazaki von Nomura. „Sie denken, dass ESG-Investitionen eine angemessene Art sind, das Geld ihrer Gläubigen zu verwenden.“

Anzeige
Anzeige