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Immer mehr Ökonomen rechnen mit einer Rezession

Coronavirus bringt Japans Wirtschaft an einen kritischen Punkt

Der Coronavirus hat Japans Wirtschaft mittlerweile an einem kritischen Punkt gebracht, so dass sie vor der größten Herausforderung seit mehr als einem Jahrzehnt steht.

Analysten warnen vor einer Rezession und noch schlimmern Auswirkungen, wenn die Olympischen Spiele in Tokyo in diesem Sommer abgesagt werden.

Coronavirus schadet der Abenomics

Das Coronavirus hat der Glaubwürdigkeit der „Abenomics“ geschadet, Maßnahmen, die Japans Premierminister Shinzo Abe nach seinem Amtsantritt im Jahr 2012 auf dem Weg gebracht hat und die nach Angaben der japanischen Regierung zusammen mit einem robusten Aktienmarkt zur Expansion der Wirtschaft beigetragen hat.

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Da die Bank von Japan jedoch weithin als Mangel der politischen Instrumente zur weiteren Ankurbelung der Wirtschaft nach Jahren der massiven Lockerung der Geldpolitik angesehen wird, ist Abe nun gezwungen, sich an die Staatskasse zu wenden, um Haushaltssanierungsmaßnahmen in der Größenordnung der globalen Finanzkrise von 2008 bis 2009 zu ergreifen, auch wenn sich dadurch die fiskale Gesundheit Japan verschlechtern könnte.

Durch den Coronavirus könnte Japan vor einer schlimmen Rezession stehen

„Es ist möglich, dass Japan in die schlimmste Rezession seit der Krise von 2008 abrutscht“, sagte Toshihiro Nagahama, Chefökonom am Dai-ichi Life Research Institute.

Nagahama gehört zu denen, die die japanische Regierung auffordern, die Verbrauchssteuer auf alle Produkte, nicht nur auf Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs, als vorläufige Maßnahme von 10 Prozent auf 8 Prozent zu senken, bis sich die Wirtschaft wieder normalisiert hat.

Im Vorfeld der Steuererhöhung sagten Abe und andere Politiker der Regierungspartei wiederholt, dass die Erhöhung nicht in Kraft treten würde, wenn die Wirtschaft in einer so ernsten Situation wie den finanziellen Turbulenzen steckt.

Die japanische Wirtschaft schrumpfte im Zeitraum Oktober-Dezember um real 7,1 Prozent auf Jahresbasis, da die höhere Steuer die Verbraucherausgaben drückte. Sie könnte im laufenden Quartal bis zu diesem Monat weiter schrumpfen und in eine technische Rezession eintreten, die als mindestens zwei aufeinanderfolgende Quartale mit rückläufigem Bruttoinlandsprodukt definiert ist.

Bruttoinlandsprodukt wird schrumpfen

Nach der durchschnittlichen Schätzung von 34 Ökonomen, die vom japanischen Zentrum für Wirtschaftsforschung befragt wurden, wird Japans BIP im ersten Quartal voraussichtlich um 2,9 Prozent schrumpfen, da der Ausbruch des Coronavirus die Produktion und die Exporte unterbrochen und einen Schatten auf die globalen Wirtschaftsaussichten geworfen hat.

Die Maßnahme der japanischen Regierung, öffentliche Veranstaltungen einzuschränken, um Infektionen zu verhindern, verursacht großen Schaden für die Wirtschaft, sagte Yoshimasa Maruyama, Chefökonom bei SMBC Nikko Securities Inc.

Absage der Olympischen Spiele wird großen wirtschaftlichen Schaden anrichten

Die weltweite Verbreitung des Coronavirus bedroht auch die Olympischen Spiele in Tokyo, die am 24. Juli beginnen sollen. Abe hofft immer noch, dass die Spiele dazu beitragen werden, den Tourismusboom in Japan aufrechtzuerhalten und das Wachstum zu fördern.

Inmitten wachsender Spekulationen, dass die Veranstaltung um ein oder zwei Jahre verschoben oder sogar abgesagt werden könnte, haben Analysten damit begonnen, enorme Verluste für die Wirtschaft zu simulieren.

„Wenn Japan die Olympischen Spiele absagt, wäre der Schaden unermesslich groß. Dies könnte auch die öffentliche Stimmung erheblich verschlechtern“, so Nagahama.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie groß die nächste fiskalische Stimulierung durch die japanische Regierung sein wird.

Nach der Finanzkrise hat die Regierung im April 2009 ein Notfallpaket im Wert von 57 Billionen Yen geschnürt, um die Wirtschaft vor negativen Ausfällen unter dem damaligen Premierminister Taro Aso, der heute Finanzminister ist, zu schützen.

Das bevorstehende Paket, das Abe Anfang nächsten Monats zusammenstellen will, könnte dem Umfang des Konjunkturprogramms von 2009 entsprechen, so einige Analysten.

Um die Ausgaben der Haushalte anzukurbeln, werden die Notfallmaßnahmen wahrscheinlich Bargeldauszahlungen, die Verlängerung eines staatlichen Bonuspunkteprogramms für bargeldlose Zahlungen sowie die Senkung des Verbrauchssteuersatzes umfassen, heißt es aus regierungsnahen Quellen.

Auch Sparmaßnahmen stehen im Fokus

Abe hat bereits Maßnahmenpakete im Wert von mehr als einer Billion Yen zur Bekämpfung des Coronavirus eingeführt, zusätzlich zu den 26 Billionen Yen, die im Dezember zur Bewältigung der Schocks durch die Steuererhöhung vom 1. Oktober eingeführt wurden.

Die jüngsten Maßnahmen werden wahrscheinlich im Rahmen eines Nachtragshaushalts für das Jahr 2020 finanziert, wobei die Regierung neue Schulden aufnimmt, was den Druck auf die fiskalische Gesundheit Japans, noch erhöht.

Aber Maruyama sagte: „Jetzt ist es an der Zeit, den Standpunkt der Finanzdisziplin vorübergehend zurückzustellen und der Rückkehr der Wirtschaft auf den Wachstumspfad Priorität einzuräumen.“

MA

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