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Skeptischer Blick in die Zukunft

Der Tourismus in Japan erholt sich langsam, die Branche ist aber nicht optimistisch

In Japan erholt sich der Tourismus langsam, an den Touristenattraktionen bilden sich wieder lange Schlangen, die Zahl der Restaurantreservierungen steigen deutlich und einige Flugstrecken sind mittlerweile fast komplett ausgebucht.

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Ein gutes Zeichen für die angeschlagene Tourismusindustrie, die von der Branche allerdings skeptisch gesehen wird, da die Pandemie das Verbraucherverhalten verändert hat, was langfristige Auswirkungen haben wird.

Golden Week zeigte die Reiselust der Menschen in Japan

Laut der japanischen Regierung schrumpfte die Wirtschaft des Landes im ersten Quartal 2022 um 1 Prozent, was die Freude darüber, dass der Tourismus in Japan wieder Fahrt aufnimmt, noch einmal zusätzlich bremst.

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Die Infektionszahlen haben sich in Japan stabilisiert, die Beschränkungen sind aufgehoben und die Grenzmaßnahmen werden nach und nach gelockert. Die Golden Week in diesem Jahr hat zudem gezeigt, dass die Reiselust der Menschen geweckt ist.

Das zeigen auch die Zahlen der Airlines, ANA und JAL gaben an, dass die Zahl der Passagiere im Zeitraum der Golden Week vier- bis fünfmal so hoch war wie im Vorjahr.

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Zwar war die Zahl immer noch deutlich unter 2019, zeigt aber, dass die Menschen auch wieder ins Ausland reisen wollen.

Positive Zahlen, mit einem großen Aber

Auch die Bewirtungsbranche meldet positive Zahlen, laut der Webseite Gurunavi, auf der man Restaurants reservieren kann, lag die Zahl der Buchungen zwischen dem 1. bis 8. Mai um 30 Prozent über dem gleichen Zeitraum 2019.

Allerdings wurden die meisten Reservierungen von kleinen Gruppen getätigt, also keine Firmenveranstaltungen.

Bars und Restaurants, die vor der Pandemie oft als Ort für eine „zweite Party“ genutzt wurden, erleben zudem keine Rückkehr der Kundschaft.

Auch beklagen viele Restaurants, dass so gut wie keine Kunden ab 21 Uhr da sind.

Steigende Preise werden dem Tourismus schaden

Dies könnte unter anderem an der aktuellen wirtschaftlichen Situation liegen. Durch die russische Invasion der Ukraine steigen die Preise zwar in Japan nicht ganz so schnell, wie in anderen Teilen der Welt, aber sie steigen.

Das lässt die Menschen vorsichtig werden und immer mehr denken zweimal über eine Ausgabe nach. Ein echter Aufschwung für die Wirtschaft erfordert, dass die Verbraucher mehr ausgeben, nachdem das Sparen und der Verzicht auf Ausgehen in der Arbeitswelt immer üblicher geworden sind.

Doch viele Unternehmen wollen keine Lohnerhöhungen riskieren, solange die wirtschaftlichen Aussichten vage sind und die Preise für Materialien und Brennstoffe voraussichtlich weiter steigen werden.

Für den Tourismus heißt das, dass wenn die Preise weiter steigen, die Kunden als Erstes genau hier sparen werden und da der Auslandstourismus immer noch praktisch bei null liegt, ist die Branche im Moment komplett auf den Inlandstourismus angewiesen.

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