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Neues Geschäftsfeld soll Umsatz steigern

Erste Bank in Japan will Kundendaten verkaufen

Mizuho Financial Group Inc. will als erste Bank in Japan damit beginnen, Informationen aus dem Ausgabeverhalten und weitere Daten ihrer Kunden zu verkaufen, um so über ihr traditionelles Geschäftsfeld hinauszuwachsen.

„Wir werden einen Datenservice für Firmenkunden anbieten“, sagte Koji Fujiwara, Chief Executive Officer von Mizuhos Hauptbankabteilung.

Bank verfügt über einen großen Datenpool

„Wir verfügen über eine riesige Menge an Daten, wie Konten, Transaktionen und Kreditinformationen“, sagte Fujiwara. Er betonte, dass die Daten aggregiert und anonym wären und keine persönlichen Daten weitergegeben würden.

Mehr zum Thema:  Japans Banken senken Gebühren und machen den Übergang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr leichter

Kreditgeber weltweit suchen Wege, um ihre Schätze an Kundeninformationen zu monetarisieren, ähnlich wie die Technikgiganten Facebook Inc. und Alphabet Inc. Während sie beim Schutz der Privatsphäre in der Praxis auf einem schmalen Grat wandeln, schätzen Experten, dass die Banken Umsatzzuwächse von mindestens 1 bis 2 Prozent erzielen könnten, wenn sie den Wert der Daten nutzen können.

Deregulierung ermöglicht in Japan die Datenweitergabe

In Japan wird das neue Geschäft durch eine Deregulierung ermöglicht, die darauf abzielt, den angeschlagenen Bankensektor des Landes zu stützen. Sobald sie auf eine enge Palette von Aktivitäten beschränkt ist, wird den Banken größere Freiheit eingeräumt, da niedrige Zinssätze und eine schwache Nachfrage ihre Aussichten auf eine Kreditvergabe verringern.

Daten und digitale Technologie sind Schlüsselbereiche für Banken in Japan auf der Suche nach neuem Wachstumspotenzial.

Anfang dieses Jahres erklärte Mitsubishi UFJ Financial Group Inc., 700 Millionen Dollar in den singapurischen Ride-Hailing-Giganten Grab Holdings Inc. zu investieren. Sumitomo Mitsui Financial Group Inc. erwarb eine Beteiligung an einem japanischen Anbieter von medizinischen Informationsanwendungen.

Fujiwara nannte keine Zielvorgaben für Einnahmen oder Gebühren, die mit dem Dienst erzielt werden sollen, sagte aber, dass Mizuho mehr als 100 Kunden in drei Jahren anstrebt. Zum Beispiel könne es für Einzelhändler und Restaurantbetreiber nützlich sein, erstklassige Standorte auf der Grundlage des Einkommens der Einwohner, ihrer Ausgaben und anderer Statistiken zum Lebensstil auszuwählen, so der Manager.

Kundendaten werden bereits mit Finanztechnologieunternehmen ausgetauscht

Banken haben bereits damit begonnen, Kundendaten über die sogenannte Open-Banking-Initiative der Regierung mit Finanztechnologieunternehmen auszutauschen. Dies unterscheidet sich von der Aggregation, da es sich dabei um Kontoinformationen handelt, die mit Zustimmung des Kunden gegeben werden, um ihnen eine effektivere Online-Verwaltung der Finanzen zu ermöglichen, z.B. durch Budgetierungs- und Buchhaltungsanwendungen.

„Als eine Kernfunktion einer Bank bleibt die Finanzintermediation sehr wichtig, aber sie reicht nicht aus“, so Fujiwara. „Wir müssen darüber hinausgehen und neue Werte bieten, indem wir nicht-finanzielle Dienstleistungen einbeziehen.“

Japanische Banken erwarten mehr Geschäftsmöglichkeiten von der Digitalisierung, dank des Versprechens von Premierminister Yoshihide Suga, das Land moderner zu machen.

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