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Geführte Touren durch Fukushima für ausländische Touristen

Das Interesse ausländischer Touristen an einer Tour in englischer Sprache durch die ehemalige Evakuierungszone in der nordöstlichen Präfektur Fukushima wächst seit einiger Zeit. Ein verheerendes Erdbeben mit anschließendem Tsunami löste dort im März 2011 eine Atomkatastrophe aus.

Das Unternehmen Knot World aus Tokyo bieten diese Touren inzwischen an. Die Touristen werden in der Regel mit einem Wagen in die Region rund um Fukushima gebracht. Viele sind über die Nähe überrascht und stellen Fragen zu den aktiven Atommeilern in Japan. Dabei herrscht in der Regel ein ziemliches Sprachgewirr.

Ein kleines Dosimeter, dass die Strahlenbelastung misst, gehört zur Standardausrüstung und sorgt im ersten Moment bei vielen Tour-Teilnehmern für Unsicherheit. Das Konzept der Führungen sieht vor, in Kontakt mit lokalen Menschen zu treten und neben den Schäden des Atomunfalls in Fukushima Daiichi auch den Wiederaufbau in der Region zu sehen.

Die erste Tour dieser Reihe fand vor einem Jahr statt. Nach Angaben des Unternehmens nahmen bisher rund 200 Touristen aus 23 Ländern daran teil. Die Tour hält unter anderem in einem temporär eingerichteten Einkaufsviertel, in dem Gerichte aus einheimischem Gemüse serviert werden. Die Zutaten werden selbstverständlich vorher auf etwaige radioaktive Rückstände kontrolliert.

Szenen, die an die Katastrophe erinnern, begrüßen die Touristen. Eine Grundschule, die vom Tsunami zerstört wurde, gehört ebenso zu den angefahrenen Etappen der Tour, wie ein Betrieb, in dem sich heute weiterhin Angestellte um die Tiere kümmern, obwohl sie der Strahlung ausgesetzt waren. Aber auch ein neuer Damm zum Schutz des Gebietes wird gezeigt.

An einer Gedenkstätte für die Opfer der Katastrophe bekommen die Besucher die Gelegenheit, den Menschen ihren Respekt zu zollen. Nicht weit entfernt sehen die Touristen die Abgasrohre und Baukräne des Kernkraftwerkes Fukuhsima Daiichi. Spätestens in diesem Augenblick fangen die Dosimeter an, Alarm zu schlagen, die die Strahlenbelastung liegt bei einem Mikrosievert pro Stunde.

In der Abenddämmerung führt die Fahrt durch die Stadt Tomioka, in der zahlreiche Kirschbäume den Weg schmücken. Eine Frau, die damals aus Tomioka evakuiert wurde, spricht von ihrer Sehnsucht wieder nach Hause zurückzukehren.

Die Präfektur Fukushima veröffentlichte, dass 2017 knapp 96.000 ausländische Touristen in Hotels und Gasthäusern der Region übernachteten. Somit verzehnfachte sich die Zahl der Besucher seit 2011. In diesem Monat nahm eine Organisation ihre Arbeit auf, die die Produkte und den Tourismus in der Präfektur fördern soll. Diese plant eine dreitägige Reise mit englischsprachigem Personal durch das Gebiet von Naraha, einer weiteren Region in unmittelbarer Nähe des havarierten Kraftwerks.

Fukushima
© Nippon Connection

Bis es dazu kommt, gibt es jedoch zahlreiche Probleme zu lösen, die sich aus diesen Touren mit ausländischen Touristen ergeben. So müssen zum Beispiel Reiseleiter ausgebildet werden und Informationsbroschüren in die entsprechenden Sprachen übersetzt werden. Auch die Einwohner sind nicht wirklich von der Idee überzeugt. Viele fürchten Katastrophen-Touristen, die sich nicht wirklich für die Fortschritte in der Region interessieren.

Am 11. März 2011 war die Region Fukushima von einem Erdbeben der Stärke 9,0 betroffen, das einen Tsunami verursachte, der das Atomkraftwerk überschwemmte. Dabei trat eine große Menge radioaktiver Stoffe aus. Die Krise, die die Schwerste ihrer Art nach dem Vorfall in Tschernobyl 1986 war, führte dazu, dass 160.000 Menschen evakuiert werden mussten.

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