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Inflationsausgleich

Gremium will Rekorderhöhung des japanischen Mindestlohn

Ein Gremium der japanischen Regierung will vorgeschlagen, den durchschnittlichen Mindestlohn in Japan um 30 Yen (ca. 0,22 Euro) anzuheben. Dies wäre eine erneute Rekorderhöhung.

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Im Mittelpunkt der Diskussion des Gremiums steht die Frage, inwieweit der jüngste Inflationsanstieg berücksichtigt werden soll, nachdem die Vertreter der Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei der letzten Diskussionsrunde Ende Juli keine Einigung erzielen konnten.

Streit um die Höhe des Mindestlohns

Die Arbeitnehmerseite fordert eine deutliche Anhebung des Mindestlohns, da die Lebenshaltungskosten steigen, während die Arbeitgeberseite, die mit steigenden Kosten zu kämpfen hat, auf den dadurch höheren Druck der Unternehmen hinweist.

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Der Unterausschuss des Zentralen Rates für Mindestlöhne des Arbeitsministeriums trat am Montag erneut zusammen, um über die genaue Höhe der Erhöhung zu entscheiden.

Im vergangenen Jahr schlug der Rat vor, den Mindestlohn für alle Arbeitnehmer, einschließlich Teilzeitbeschäftigte und Vertragsarbeiter, um die Rekordsumme von 28 Yen (ca. 0,21 Euro) auf 930 Yen (ca. 6,86 Euro) anzuheben.

Inflation schluckt Lohnerhöhung

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In Japan sind die Löhne zwar gestiegen, aber das Tempo der Erhöhung ist zu langsam. So zeigt eine Statistik, dass der aktuelle Lohn nicht ausreicht, um in Osaka zu leben.

Dazu kommt, dass die russische Invasion der Ukraine, zu einem weltweiten Anstieg der Energie-, Rohstoff- und Lebensmittelpreise geführt, und die Kerninflation der Verbraucher in Japan hat in den letzten Monaten die 2-Prozent-Marke überschritten, was die Haushalte unter Druck setzt.

Sobald das beratende Gremium ein nationales Ziel festgelegt hat, werden die lokalen Gremien über die Höhe ihrer Mindestlöhne entscheiden, die dann etwa im Oktober verabschiedet werden sollen.

Japans Premierminister Fumio Kishida ruft zu mehr Investitionen in die Menschen auf und strebt eine Erhöhung des Mindestlohns landesweit auf 1.000 Yen so schnell wie möglich an.

Der japanische Mindestlohn ist im Vergleich zu anderen großen Volkswirtschaften niedrig, und es gibt auch Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. Im Jahr 2021 lag der höchste Mindestlohn bei 1.041 Yen (ca. 7,69 Euro) in Tokyo, der niedrigste bei 820 Yen in den Präfekturen Kochi und Okinawa.

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