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Größter Gewerkschaftsbund fordert Lohnerhöhung in Japan

Japans größter Gewerkschaftsbund Rengo fordert trotz der Pandemie eine Lohnerhöhung.

Riko Konzu, Vorsitzender von Rengo, sagte am Dienstag, dass er sich für eine Erhöhung von 4 Prozent einschließlich des Grundgehalts einsetzten werde, obwohl die steigenden Infektionszahlen die Aussichten für Arbeitgeber verschlechtern.

Lohnerhöhung in diesem Jahr eher unwahrscheinlich

„Wenn wir sagen, dass Lohnsteigerungen diesmal wegen COVID-19 unmöglich sind, dann vernachlässigen wir unsere Verantwortung gegenüber der Wirtschaft völlig“, so Kozu. „Es besteht die ernsthafte Sorge, dass Japan ohne Lohnzuwächse wieder in eine Deflation zurückfallen könnte.“

Mehr zum Thema:  Japans Wirtschaft erholt sich vom Rekordeinbruch

Geringe Lohnerhöhungen für Arbeitnehmer selbst in Zeiten relativen Wohlstands haben es Japan schwer gemacht, einem schädlichen Kreislauf aus schwachen Preisen und geringem Wachstum zu entkommen. Da die Virusinfektionsraten neue Rekorde erreichen und Unternehmen wie die Toyota Motor Corp. im Vergleich zum letzten Jahr stark rückläufige Gewinne prognostizieren, werden Lohnerhöhungen diesmal viel schwerer zu gewinnen sein als sonst.

Einige Unternehmen argumentieren, dass sie durch die Zurückhaltung bei den Lohnzuwächsen besser in der Lage seien, die Krise zu bewältigen und Arbeitsplätze zu schützen. Die Arbeitslosigkeit in Japan ist mit 3 Prozent im weltweiten Vergleich nach wie vor niedrig.

Rengo bereitet sich auf seine jährlichen Lohnverhandlungen im Frühjahr vor, inmitten einer erhöhten Unsicherheit über die Erholung der Wirtschaft und die Unternehmensleistung, da das Virus erneut ausgebrochen ist.

Japan meldete am Mittwoch einen Rekord von mehr als 2.000 neuen Fällen und die Hauptstadt Tokyo hat ihre Corona-Warnung bereits auf die höchste Stufe gestellt.

Rengo forderte bei den Lohnverhandlungen im vergangenen Frühjahr, bevor sich die Pandemie zuspitzte, eine Lohnerhöhung um 4 Prozent, sicherte sich aber eine durchschnittliche Erhöhung von nur 1,9 Prozent, die geringste Steigerung seit sieben Jahren.

Schlechte Aussichten für 2021

Mitsubishi UFJ Research & Consulting sieht die Winterzulagen im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 Prozent fallen, ein stärkerer Rückgang als 2009.

Der Gouverneur der Bank of Japan, Haruhiko Kuroda, sagte am Mittwoch in einer Rede vor dem Parlament, dass das anhaltende schleppende Lohnwachstum ein Grund dafür sei, dass die Inflation bisher unter dem 2 Prozent-Ziel der Bank liege. Es wird erwartet, dass die am Freitag erscheinenden Daten zeigen werden, dass die Kern-Verbraucherpreise im vergangenen Monat tiefer in den negativen Bereich gefallen sind.

Kozu sagte, ein Rückschritt bei den Lohnzielen für seine Mitglieder, die 12 Prozent von Japans Angestellten ausmachen, sei keine Option, da dies die öffentliche Stimmung verschlechtern und den Verbraucherausgaben, die mehr als die Hälfte der Wirtschaft ausmachen, langfristig schaden würde.

„Wenn die Wirtschaft zusammenbricht, werden so viele Anstrengungen, die bisher unternommen wurden, vergeblich sein“, sagte er. „Der Wirtschaft wird es schlechter gehen als zuvor. Das ist ein hoffnungsloser Zustand.“

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