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Auch auf japanischen Aktionärsversammlungen versuchen Aktivisten zunehmend Einfluss zu nehmen.

Immer mehr Aktionärs-Aktivismus in Japan

Der seit den 90‘er Jahren erstmals aufgetretene Aktionärs-Aktivismus tritt nun auch in Japan nach dem Ende der Coronakrise wieder zunehmend mehr auf.

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Beim Aktionärs-Aktivismus handelt es sich um das Verhalten von Aktionären, die durch ihr Stimmrecht gezielt versuchen, das entsprechende Unternehmen durch Anträge oder direkt Einflussnahme auf die Unternehmensführung diese zu gewissen Handlungen oder Verhaltensformen zu bewegen.

Mehr Umweltschutz und Menschenrechte durch Aktionärs-Aktivismus?

Früher ging es dabei hauptsächlich um Themen wie die allgemeine Ausrichtung des Managements, die Absetzung von Aufsichtsräten, den Rückkauf von Stammaktien oder die Erhöhung der Dividendenausschüttung.

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Wie auch in Deutschland in letzter Zeit (beispielsweise auf den Hauptversammlungen von RWE oder Siemens) zu beobachten war, treten jedoch in letzter Zeit Themen wie Umweltschutz oder Menschenrechte zunehmend mehr in den Fokus der Aktivisten.

In Japan konnte dies kürzlich auf der Hauptversammlung von Mitsubishi beobachtet werden, als Umweltorganisationen mit ihren Aktionärsrechten die Einhaltung der Klimaschutzregeln des Pariser Abkommens von 2016 einforderten.

Geänderte Corporate Governance als neue Herausforderung

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In früheren Zeiten galten derartige Anträge bestenfalls als lästig, um so mehr in einer auf Konsens beruhenden Gesellschaft wie Japan.

Diese Sichtweise ändert sich jedoch langsam, wie eine Erhebung des Daiwa Institute of Research zeigt, wonach sich die Zahl entsprechender Anträge seit dem letzten Jahr in Japan mehr als verdoppelt hat.

Aktionäre tragen durch ihren Aktienbesitz mit ihrem persönlichen Eigentum einen größeren Teil des Unternehmerrisikos als zum Beispiel Banken (die sich ihre Kredite mit Kreditausfallversicherungen bei Konkurs absichern können).

Durch den Gesetzgeber wurde Aktionären daher auch das Recht eingeräumt, für ihre Meinungen und Überzeugungen einzutreten zu dürfen.

Dadurch ändert sich jdie Corporate Governance, also die Gesamtheit an Regeln, Verfahren und Gesetzen, nach denen ein Unternehmen geführt wird.

Zukunftsfähige Unternehmen werden sich auch in Japan daran gewöhnen müssen, gegenüber ihren Aktionären in einem ständigen Austausch hinsichtlich ihrer Unternehmensziele und deren Ausrichtung zu stehen.

Themen wie Umweltschutz und die Einhaltung von Menschenrechten könnten zukünftig nicht nur eine reine (lästige) PR-Maßnahme gegenüber dem Kunden sein, sondern müssen aktiv umgesetzt werden, um auch die Wünsche der eigenen Aktionäre zu befriedigen.

Neben Experten für Wirtschaft und Finanzen werden daher in Zukunft von größeren Unternehmen auch Fachleute für Umwelt- und Sozialfragen eingestellt werden müssen, die zusammen in IR-Abteilungen (Investor-Relation) direkt mit der Führungsebene verbunden sein müssen, und mit dieser zusammenarbeiten.

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