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Preisanstieg belastet zunehmend die Menschen

Inflation in Japan: Folgen für die Bevölkerung

Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Während in anderen Teilen der Erde die Inflation ungeahnte Ausmaße einnimmt, verläuft die Steigerung im fernöstlichen Inselstaat moderater.

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Bei knapp über einem Prozent liegt die Teuerungsrate aktuell. Da befinden sich die USA und Deutschland deutlich darüber. Allerdings hat schon eine kleine Veränderung weitreichende Folgen für die Einwohner Japans.

Japans Regierung sorgt für stabile Preise

Japans Bevölkerung kann sich freuen. Seit mehr als 30 Jahren kümmert sich die Regierung des Inselstaates um stabil bleibende Preise: Lebensmittel wie Soja, Weizen und Raps werden bezuschusst.

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Lieferengpässe und Corona machen aber auch nicht vor Japans Toren halt. Auch wenn die Inflation langsam steigt, die Teuerungsrate trifft die Bevölkerung hart. Der rasante Absturz des Yen und die damit massiv gestiegenen Importkosten machen nicht nur Lebensmittel teurer.

Für Benzin und Strom muss mehr ausgegeben werden. Bauern klagen zudem über hohe Preise bei Düngemitteln. Finanzielle Sorgen werden immer großer. Dadurch wächst die Nachfrage nach Krediten und Angebote wie zu Beispiel von Better Compared werden immer beliebter. Solche Anbieter vergleichen Kredite für verschiedene Länder, sodass sich anhand des jeweiligen Standorts das beste Angebot finden lässt.

Kaum wachsende Reallöhne

Dass ein verhältnismäßig geringer Anstieg der Preise große Folgen für die Bevölkerung hat, liegt mitunter an den kaum wachsenden Löhnen. Seit nahezu 30 Jahren stagnieren die Einkommen und sinken teilweise sogar.

Dazu kommt der Anteil an Vertragsarbeitern und Teilzeitarbeitskräften. Mehr als 35 Prozent sind in solchen Verhältnissen angestellt. Ein Vertragsarbeiter erhält nur zwei Drittel des Festangestelltengehalts und wird von einer Lohnerhöhung in der Regel nicht erfasst. Dabei wird in Japan wie im Rest der Welt alles teurer. Neben einem Preisanstieg bei Lebensmitteln und Energie ziehen auch die Preise für Grundstücke an.

Die Jugend kennt keinen Preisanstieg

Aufgrund der staatlichen Bezuschussung sind die Preise in Japan seit langer Zeit stabil. Wer jünger als 30 Jahre alt ist, hat einen Anstieg bei den Ausgaben für Lebensmittel, Benzin und Strom nur in sehr geringem Ausmaße erlebt.

Allerdings ist auch der Rest der Bevölkerung von den angezogenen Kosten betroffen und verkraftet diese nur schwer. Zudem sind die finanziellen Auswirkungen der Pandemie noch auszugleichen. Begünstigt wird der derzeitige Preisanstieg von einem schwachen Yen.

Der aktuelle Kurs lässt die Kosten für Importe stark steigen. Verursacher ist lockere Zinspolitik der japanischen Zentralbank, wofür der Vorsitzende Haruhiko Kuroda zunehmend kritisiert wird. Dass Strom einen Preisanstieg erfahren hat, liegt zum Teil an den Folgen der Fukushima-Katastrophe.

Nach dem atomaren Unfall wurden viele der 54 Atomkraftwerke wegen einer Verschärfung der Sicherheitsvorschriften außer Betrieb genommen. Neun Stück sind noch am Netz.

Schrumpfende und alternde Bevölkerung wirkt wachstumshemmend

Japans Bevölkerung wird immer älter, zudem ist die Geburtenrate gering. Das ist ein Problem, wenn es um Wirtschaftswachstum geht. Prognosen zufolge wird sich der Rückgang der Geburten in den kommenden Jahren fortsetzen. Auch eine steigende Lebenserwartung und das Ausbleiben signifikanter Immigration sorgen für eine Demographie, die sich keine Volkswirtschaft wünscht. Fehlen Produzenten und Konsumenten, ist ein Wachstum ausgeschlossen. Mit der Erhöhung des Renteneintrittsalters versucht die Regierung, den Wandel zu entschärfen.

Fazit

Da die Löhne in Japan nur minimal steigen, haben bereits geringe Preiserhöhungen verheerende Folgen für die Bevölkerung. Eine lockere Zinspolitik befeuert die Inflation. Zudem muss sich der Inselstaat noch von den Auswirkungen der Pandemie und der Fukushima-Katastrophe erholen, die finanzielle Spielräume eher bedingt zulassen.

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