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Regierung sieht nicht sehr optimistisch in die Zukunft

Japan erwartet weiterhin, dass sich die Wirtschaftsleistung verschlechtert

Die japanische Regierung hat am Donnerstag ihre Einschätzung für die Wirtschaftsleistung im Mai veröffentlicht und spricht weiterhin von einer rapiden Verschlechterung, da die Pandemie weiterhin die Wirtschaft des Landes ausbremst.

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„Die japanische Wirtschaft verschlechtert sich aufgrund des neuartigen Coronavirus in einer äußerst schweren Situation rapide“, sagte das Kabinett in einem monatlichen Bericht, wobei ein Ausdruck unverändert blieb, der die pessimistischste Einschätzung der Gesamtsituation seit Mai 2009, nach der globalen Finanzkrise, unterstreicht.

Wirtschaftsleistung weiterhin auf Talfahrt

Von den 11 Hauptkomponenten des Wirtschaftsberichtes wurden im Mai-Bericht die Bewertungen von drei Komponenten, darunter die Exporte, herabgestuft. Die Regierung hielt an ihrer Gesamtbeurteilung fest, nachdem sie ihre Beurteilung im März und April herabgestuft hatte.

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Doch trotz der schlechten Gesamtaussichten zeigten sich positive Anzeichen, als die Beurteilung der Importe zum ersten Mal seit Dezember 2017 heraufgestuft wurde. Dem Bericht zufolge zeigen die Importe, nach der Wiederaufnahme der Aktivitäten von Unternehmen in China, Anzeichen einer langsamen Erholung.

In der Bewertung der kurzfristigen Aussichten heißt es, dass die sozialen und wirtschaftlichen Aktivitäten allmählich wieder aufgenommen werden, obwohl die schwierigen Umstände voraussichtlich anhalten werden. „Wir sind uns der gegenwärtigen Situation immer noch sehr bewusst, aber es ist möglich, dass die Binnennachfrage im April und Mai vom Tiefpunkt aus wieder anzieht, wenn die Dinge gut laufen“, sagte ein Regierungsbeamter gegenüber Reportern.

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Im Bericht des letzten Monats hieß es, dass weiteren Abwärtsrisiken große Aufmerksamkeit geschenkt werden müsse, aber die Regierung habe den Satz dieses Mal gestrichen, sagte der Beamte und bezog sich dabei auf die kürzliche Aufhebung des Ausnahmezustands in Japan.

Regierung rechnet mit mehr Arbeitslosen

Am Montag wurden die Beschränkungen für wirtschaftliche Aktivitäten in Tokyo und vier anderen Präfekturen gelockert, da der Ausnahmezustand eine Woche früher, als ursprünglich geplant, aufgehoben wurde. Abgesehen von den Exporten, senkte die Regierung auch die Bewertung der Unternehmensinvestitionen und erklärte, sie zeige in letzter Zeit einen schwachen Ton, nachdem sie diese im Vormonat als fast flach bezeichnet hatte.

Auch die Beschäftigungssituation wurde nach unten revidiert, wobei es dem Bericht zufolge einige weitere schwache Bewegungen gebe, obwohl die Arbeitslosenquote des Landes im März bei relativ niedrigen 2,5 Prozent lag. Die Bewertungen von Komponenten wie privater Konsum, Industrieproduktion und Unternehmensgewinne wurden beibehalten.

Der Ausnahmezustand wurde erstmals am 7. April für Tokyo, Osaka und fünf weitere Gebiete verhängt, in denen es dann relativ viele Infektionen gab. Neun Tage später wurde der Ausnahmezustand auf das ganze Land ausgeweitet, was der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt einen schweren Schlag versetzte.

Einbruch des Bruttoinlandsprodukts erwartet

In der vergangenen Woche zeigten Regierungsdaten, dass die japanische Wirtschaft im Zeitraum Januar bis März gegenüber dem Vorquartal um real 3,4 Prozent auf Jahresbasis geschrumpft ist, ein Rückgang im zweiten Quartal in Folge, die das Land in eine sogenannte technische Rezession stürzte.

Es wird allgemein erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt Japans im Zeitraum April bis Juni einen zusätzlichen Einbruch von 20 Prozent auf Jahresbasis verzeichnen wird, sich aber im Zeitraum Juli bis September bis zu einem gewissen Grad erholen wird.

MA

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