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Versuch, die Preise zu stabilisieren

Japan gibt hunderttausende Tonnen seiner Ölreserven frei

Japans Industrieminister Koichi Hagiuda kündigte am Mittwoch an, dass Japan gemeinsam mit einigen anderen Ländern hunderttausende Tonne Rohöl aus seinen Notreserven freigeben wird.

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Damit will das Land versuchen, die steigenden Energiepreise zu stabilisieren, die den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes nach der Pandemie gefährden.

Japan nennt noch keinen genauen Zeitpunkt

Laut des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie werden die Ölreserven freigegeben, sobald die Vorbereitungen abgeschlossen sind, ein genauer Zeitpunkt wurde allerdings nicht genannt.

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Japans Premierminister Fumio Kishida hatte die Freigabe bereits angekündigt. Es ist das erste Mal, dass das Land auf seine Ölreserven zurückgreift, um die Preise zu stabilisieren.

Bereits die USA haben am Dienstag mitgeteilt, dass sie in Abstimmung mit China und einigen anderen Ländern 50 Millionen Barrel Öl aus ihren Notreserven freigeben werden.

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Damit reagieren die Länder darauf, dass die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) wiederholt die Forderung nach einer Steigerung der Förderung von Öl ignoriert haben und als Resultat die Preise für Benzin in die Höhe schossen, was wiederum die Inflation weltweit antreibt und damit die Preise für die Endverbraucher.

Zweifel am Effekt der Freigabe der Ölreserven

Es gibt allerdings Zweifel, ob die Freigabe der Ölreserven einen Effekt auf die Marktpreise haben werden, da nach der Bekanntgabe der Maßnahmen aus Tokyo die Ölpreise weiter angestiegen sind.

Japan, das rund 90 Prozent seines Verbrauchs von den Öl produzierenden Ländern im Nahen Osten abhängt, begann in den 1970er-Jahren mit der Anlage von Rohölreserven.

Das Land verfügt über drei verschiedene Arten von Erdölvorräten: staatliche, von Unternehmen gehaltene und gemeinsam mit Öl produzierenden Ländern gelagerte Reserven.

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Als Mitglied der Internationalen Energieagentur ist die japanische Regierung verpflichtet, Ölreserven in Höhe von 90 Tagen der Nettoeinfuhren des Vorjahres zu halten, während die Menge der privaten Notvorräte nach japanischem Recht mehr als 70 Tage des Ölverbrauchs des Vorjahres betragen sollte.

Ende September verfügte das Land über Reserven für 242 Tage des Inlandsverbrauchs, wovon 145 Tage in staatlichem Besitz und 90 Tage im Besitz von privaten Unternehmen. Die restliche Menge ist gemeinsam mit Öl produzierenden Ländern gelagert.

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