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Mehr Geld für Arbeitnehmer

Japan kämpft um die Erhöhung des Mindestlohns

Am Dienstag hat ein Gremium der japanischen Regierung eine Diskussion über die Erhöhung des Mindestlohns im Land eingeleitet.

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Jedes Jahr legt ein Gremium des Arbeitsministeriums ein grobes Ziel für die Erhöhung der Stundenlöhne fest, auf deren Grundlage die Gremien der einzelnen Präfekturen eine Änderung des regionalen Stundenlohns festlegen, die dann im Oktober eingeführt wird.

Mindestlohn in Japan soll so schnell wie möglich erhöht werden

Arbeitsminister Shigeyuki Goto erklärte vor dem Gremium: „Um den landesweiten Durchschnittswert von 1.000 Yen pro Stunde so schnell wie möglich zu erreichen, möchte ich die Mitglieder des Gremiums bitten, die Angelegenheit gründlich zu erörtern und dabei die Lebenshaltungskosten, das derzeitige Lohnniveau und die Fähigkeit der Arbeitgeber, Löhne zu zahlen, zu berücksichtigen.“

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Da die Inflation die Preise in Japan in die Höhe treibt, ist es wahrscheinlich, dass das Gremium eine Erhöhung um das Niveau vom Vorjahr vorschlagen wird. Was allerdings auf Widerstand der Unternehmen stoßen dürfte, da sie ebenfalls mit höheren Kosten zu kämpfen haben.

Im vergangenen Haushaltsjahr hat Japan die Mindestlöhne um 3,1 Prozent (28 Yen) erhöht. Damit ist der landesweite Durchschnitt auf 930 Yen (ca. 6,58 Euro) geklettert.

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In Tokyo beträgt der Stundenlohn aktuell im Schnitt 1.041 Yen, in Kochi und Okinawa bei 820 Yen. In Osaka liegt er bei 991 Yen, was zum Leben allerdings nicht ausreicht, wie eine Umfrage des Gewerkschaftsverbands zeigt.

Kostendruck macht den Unternehmen zu schaffen

Vier Jahre lang wurde eine Erhöhung um durchschnittlich 3 Prozent empfohlen, doch aufgrund der Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen wurde die Erhöhung praktisch ausgesetzt.

Laut einer im Februar durchgeführten Umfrage der japanischen Industrie- und Handelskammer (JCCI) sind sich die Unternehmen zwar bewusst, dass eine Anhebung der Mindestlöhne für die Arbeitnehmer wichtig ist, aber die Sorge um die finanziellen Folgen sind groß.

In der Umfrage sprachen sich 41,7 Prozent der Unternehmen für eine Anhebung des Mindestlohns in diesem Jahr aus. Aber 65,4 Prozent gaben an, dass die derzeitige Höhe des Mindestlohns eine starke Belastung darstellt.

In den vergangenen sechs Jahren konzentrierte sich die Regierung unter Shinzo Abe darauf, den Stundenlohn anzuheben, um so das Lohnwachstum anzukurbeln, damit der Konsum stimuliert wird. Viele Unternehmen hatten allerdings Schwierigkeiten, mit der Erhöhung Schritt zu halten.

Im vergangenen Jahr erhöhten nur 40,3 Prozent der Unternehmen die Stundenlöhne. In der Umfrage des JCCI gaben 45,9 Prozent der Unternehmen, dass sie versuchen werden, die Kosten der Erhöhung durch Sparmaßnahmen auszugleichen.

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