Anzeige
HomeNachrichten aus JapanWirtschaftJapan plant kein großes Rettungspaket für die Fluggesellschaft ANA

Verschiedene Maßnahmen sollen helfen

Japan plant kein großes Rettungspaket für die Fluggesellschaft ANA

Die japanische Regierung plant keinen Rettungsplan für die angeschlagene Fluggesellschaft ANA und zieht es vor, der Airline stückweise zu helfen.

Anzeige

Damit reagiert die japanische Regierung anders, als viele andere Länder, in denen für Fluggesellschaften große Rettungspakete geschnürt wurde, so wie in Deutschland für die Lufthansa.

ANA muss mit einem Nettoverlust von 500 Milliarden Yen rechnen

Prognosen zufolge wird Japans größte Fluggesellschaft im Fiskaljahr bis März mit einem Nettoverlust von mehr als 500 Milliarden Yen rechnen müssen und voraussichtlich nächste Woche einen Plan ankündigen, der höchstwahrscheinlich Lohnkürzungen und eine Reduzierung ihrer Flugzeugflotte beinhalten wird.

Die japanische Regierung hofft, dass ein Erlass der Flughafen-Landegebühren, die steuerfinanzierte Kampagne für den Inlandstourismus und eine allmähliche Wiederöffnung der Grenzen ausreichen werden, um ANA wirtschaftlich wieder auf die Beine zu bringen, sagten Regierungsbeamte.

LESEN SIE AUCH:  Japanische Airline ANA will Personal Nebenjobs erlauben

Diese Maßnahmen sollen zusätzlich zu nachrangigen Darlehen in Höhe von 400 Milliarden Yen von staatlich unterstützten und privaten Kreditgebern der Fluggesellschaft helfen. Die Darlehen, Kostensenkungen und das Kapital, das während Japans Boom des Einreisetourismus in den letzten Jahren angesammelt wurde, werden es ANA ermöglichen, die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern, heißt es von der Regierung.

Anzeige

Obwohl offiziell noch nichts entschieden ist, ist die japanische Regierung bereit, mehr Maßnahmen zu ergreifen, wenn ein sich ein größerer wirtschaftlicher Einbruch für große Unternehmen wie ANA abzeichnet. Aber die Ideen konzentrieren sich auf Steuererleichterungen für Flugzeuge und Treibstoff sowie auf die Ausweitung bestehender Programme wie die Tourismuskampagne und Subventionen für Unternehmen, die Arbeitsplätze erhalten.

Kapitalspritzen sind das letzte Mittel

Radikalere Schritte wie die von Deutschland unternommenen, die direktes Kapital zuführten, seien vorerst vom Tisch, heißt es aus der Regierung. „Solange die privaten Banken gesund genug sind, um ANA zu unterstützen, ist es wahrscheinlich unnötig“, so ein Sprecher der LDP. „Kapitalspritzen sind das letzte Mittel. Ich glaube nicht, dass die Fluggesellschaften selbst dies wollen, denn es würde nur zeigen, wie schlimm ihre geschäftliche Gesundheit ist“, heißt es weiter.

Auch die Bank von Japan schreckt vor einem Eingreifen zurück, da sie besorgt ist, dass die Rettung von Unternehmen wie ANA in den Bereich der Steuerpolitik fallen könnte. „Die BOJ und die Regierung haben jeweils unterschiedliche Rollen zu spielen“, heißt es aus Bankkreisen. Es besteht jedoch Unsicherheit darüber, wie lange die Maßnahmen der Regierung helfen. Wie andere Fluggesellschaften auch, hat ANA Geld ausgegeben, um während der Coronavirus-Pandemie Jets zu warten, die entweder am Boden bleiben oder mit zu wenig Passagieren fliegen.

Neue Infektionswellen belasten die Fluggesellschaft

Die meisten internationalen Routen können von ANA nicht bedient werden und da das Coronavirus in den westlichen Ländern gerade eine zweite Welle auslöst, wird sich auch der Tourismus erst viel später als erhofft erholen können.

Anzeige

Wenn es in Japan zu einer weiteren großen Infektionswelle kommt, könnte dies auch die Hoffnungen auf einen Wiederaufschwung des Inlandstourismus zunichtemachen. Sobald die Nachfrage durch die Regierungskampagne verebbt, könnten die Menschen anfangen, sich bei Reisen zurückhalten, da Arbeitsplatzverluste und Lohnkürzungen das Einkommen beeinträchtigen, sagen Analysten.

Nächstes Jahr könnte es daher zu einer Krise kommen. Wenn die Verkäufe nicht anziehen, könnten einige Unternehmen Schwierigkeiten haben, ihre Kredite zurückzuzahlen. „Unternehmen wie ANA werden in diesem Jahr wahrscheinlich keine Liquiditätsprobleme bekommen. Die Dinge könnten hässlich werden, wenn sie nächstes Jahr nicht aus den roten Zahlen herauskommen können“, heißt es aus der Regierung. Das könnte die Regierung zu noch drastischeren Schritten zwingen.

Anzeige
Anzeige